Vor der Tür

Wenn ich aus dem Haus trete, sollte ich das nicht zügig-schwungvoll machen, sondern mich erst einmal umsehen. Nicht, dass hier finstere Gestalten mit Maschinengewehren lauern würden, nein. Aber einige Fahrradfahrer rasen so schnell über den Bürgersteig, und so dicht an den Haustüren vorbei, dass Vorsicht geboten ist! Beim Weitergehen muss ich dann den Blick senken: Die bekannten Tretminen (Hundehaufen) sind in Neukölln offensichtlich noch großzügiger verteilt als in anderen Gegenden. Vor dem Eingang, oder mitten auf dem Gehweg. Nur Hundehasser beschweren sich natürlich, pfui!

Traumhaft: Wenn jeder Hundehaufen der Stadt auch nur einen Euro einbringen würde, dann wären wir saniert! Kindergärten, ruhende Projekte und Reparaturen könnten endlich in Angriff genommen werden. Wundervoll!

Stattdessen stinkt es mir. Danke.

Darum läuft man auch besser mit gesenktem Blick durch Neukölln. Wenn man ihn dann mal mutig hebt, fällt er in unserer Straße gleich auf die letzten traurigen Deutschlandfahnen, die noch von der WM übrig sind. Etwas staubig, nicht mehr so stolz wie im Sommer. Gleich daneben der erste kleine Weihnachtsmann, der sich an einem Netz ein Haus hochhangelt.

Soll ich da wirklich erhobenen Blickes weitergehen?

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Der Beitrag wurde am 27. November 2006 um 12:22 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Alltag gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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