Ein erster Satz?

Ist schon ulkig, was es alles für Preisausschreiben gibt, um irgendwas zu bewerben. Literatur zum Beispiel. Jetzt suchen sie also den schönsten ersten Satz eines Werks, aha! Sollte man nicht gleich einen Haufen dramatischer / romantischer / anspruchsvoller Sätze liefern und die lesemüden Leser dann ankreuzen lassen?

Die heutige Auswahl:
1. Eine eiskalte Hand schloss sich um seinen Hals, und während er dem schmutzigen Asphalt entgegensank, sah er ein Gesicht vor sich, dass grauenhafter nicht hätte sein können.
(Du liebe Zeit, was für einen Quatsch schreibe ich denn da?)
2. All die Jahre hatte sie sich nach diesem einen Moment gesehnt, nach dem Moment, in dem er sie an sich ziehen würde, ihr und die Augen sehen und ihr die Frage aller Fragen stellen würde.
(Wird ja immer schlimmer …)
3. Er öffnete die Augen und sah!
(Na, der tut keinem weh, der Satz.)

Jedenfalls könnte man es dann doch gleich bei dem ersten Satz belassen!

3 Kommentare

  1. 50% Liebe, mehr nie.

  2. Mir gefällt ja als erster Satz ein Vorschlag, den – soweit ich weiß – Karl Valentin – oder war es Heinz Erhard? – machte, für eine Rede:
    „Um zum Schluß zu kommen..“

    Ich meine, das beruhigt mich als Zuhörerin, läßt mich in der Rednerin eine eloquente Menschenkennerin vermuten, die um alle meine Nöte weiß, und verspricht dennoch, gewißermaßen (schreibt sich das wirklich so?) hinter vorgehaltener Hand (als Bückware) nette Unterhaltung.
    Aber vermutlich gildet dieser Satz nicht, oder?

  3. Alles gilt, gewissermaßen!

Der Beitrag wurde am 19. Juni 2007 um 23:38 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Fiktion gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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