Gedanken zur Matthäus-Passion

Es ist schon schöne Musik, keine Frage. Gestern im Konzerthaus konnte sie mich wirklich berauschen. Wunderbare Solisten, tolles Orchester, ein eifriger Chor (mit mir;) und ein andächtiges Publikum … aber mal ehrlich: Muss das wirklich so lang sein? Könnte man nicht, ohne Bach zu nahe zu treten, diese ewig langen Passagen, bei denen man sowieso kein Wort versteht, rausschmeißen und nur die fetzigen Teile drinlassen, gestutzt auf sagen wir mal erträgliche 80 Minuten? Das würde dann in etwa so aussehen:

Chor: Kommt helft mir klagen!

Evangelist (=Erzähler): Bald ist Ostern und Jesus wird gekreuzigt!

Chor: Herzliebster, was hast du verbrochen?

Stücke aus den Rezitativen: Buß und Reu, knirscht das Sündenherz entwei …

Jesus (mit Heiligenschein in Form von Geigen): Einer unter euch wird mich verraten!

Chor: Herr! Bin ichs? Bin ichs???

Erzähler: Und die Hohenpriester und Ältesten legten die Hände an Jesum und ergriffen ihn.

Chor: Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden!

Pilatus: Was soll ich denn machen mit Jesu?

Volk: Lass ihn kreuzigen!

Seelenschmerz – Jammer – Martersäule – Tränen – Wunden bluten …

Erzähler: Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten …

… dreißig Silberlinge … und erhängete sich selbst …

Volk: Lass ihn kreuzigen!!!

O Geißelung, o Schläg, o Wunden!

Jesus: Eli, Eli, lama asabthani?
Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Erzähler: … und verschied.

Chor: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn!

Chor: Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu:
Ruhe sanfte, sanfte ruh!

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Der Beitrag wurde am 21. März 2010 um 14:51 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Fiktion gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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