Geschichte 3

vielsam

So eine Klassenreise war schon anstrengend. Verdammt viel Lärm. Die Jungs spielten sich auf, wie immer. Die Mädchen hockten hinten im Bus zusammen und kicherten. Und er saß mal wieder allein in der ersten Reihe und starrte aus dem Fenster. Mit elf ist das Leben nicht einfach. Sogar viel komplizierter, als sich das die Großen so vorstellen. Die haben sowieso keine Ahnung, dachte er.
Er konnte ihre Stimme hören, wie sie mit den anderen lachte. Über ihn? Das wäre schrecklich. Diese Fahrt musste ihn aus der Ungewissheit befreien. Er hatte sich alles genau überlegt. Es gibt ganz unterschiedliche Mutproben. Er hatte sich seine selbst ausgemalt. Wenn sie ihn auslachen würde, wäre sein Leben zerstört, ohne Frage. Die Peinlichkeit würde er nicht aushalten. Andererseits: Ein Versuch? Und wenn sie ihn doch mochte, nur ein klitzekleines bisschen?
Der Bus hielt an. Pause, fünf Minuten!, brüllte der Lehrer. Alle stiegen aus, er blieb noch sitzen, hatte es nich eilig. Als sie an ihm vorbeiging, trafen sich ihre Augen für eine Sekunde. Und plötzlich lag da dieser Zettel neben ihm, ganz klein zusammengefaltet. Er nahm ihn.
Als er ausstieg, hatte sich etwas an ihm verändert. Es würde eine wunderbare Klassenfahrt werden!

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Der Beitrag wurde am 24. Januar 2007 um 9:42 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Fiktion gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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