Ansichten eines etwas anderen Kontrolleurs

Ich hasse diesen Job. Warum muss ausgerechnet ich jetzt hier stehen und den Leuten zeigen, dass sie böse Schwarzfahrer sind? Ich werde mich erstmal setzen und abwarten. Unauffällig bleiben! Sehen die mich nicht irgendwie komisch an? Die können das aber nicht wissen, dass ich einer von denen bin. Nein, ausgeschlossen. Meine Hände zittern schon wieder.
Schon die Ausbildung war so übel, ich will gar nicht mehr daran denken. „Bloß nicht erweichen lassen!“, ich hätte kotzen können. Hab ich dann ja auch. Warum kuckt der immer so? Macht mich ganz nervös! Ich will das nicht. Immer wenn Oskar wieder losdröhnt mit seinem „Die Fahrausweise bitte!“, dann wird mir ganz schlecht. Gut, dass das keiner weiß, ich brauch diesen Job, verdammt. Es geht wieder los! So, freundlich lächeln, die wollen ja eigentlich nur ihre Ruhe, ist ja auch eine schlechte Tageszeit für eine Kontrolle, so früh morgens. Wieso zerrt der jetzt so panisch an seiner Tasche rum, ich will ihn doch nicht abmurksen, Herrje. Und die Augen von dem, richtig fertig ist der ja. Was mach ich bloß? Erstmal die anderen ansehen, ja, so ist’s recht, jeder hat eine geltende Monatskarte, so liebe ich das. Was, der findet sie immer noch nicht? Ich werd erstmal da hinten kontrollieren. Ach, ich hasse das. Außerdem ist heute Montag und mein Geburtstag. Vergessen wir den einfach! Hihi. Ich denke mal, Oskar hat nichts gemerkt. Guuut so. Das ist jetzt mein kleines persönliches Geschenk. Dumdidumm … Manchmal finde ich den Job gar nicht so schlecht!

2 Kommentare

  1. …dann wünsche ich der kontrolleuse einen wunderschönen geburtstag ;-)

  2. Also ich sehe hier weit und breit keine Kontrolleuse …

    ;-))

Der Beitrag wurde am 29. Januar 2007 um 10:11 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Fiktion gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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