Archiv für die Kategorie 'Alltag'

Eichhörnchen

Sonntag, 27. Mai 2018

Ganz fiese Tiere sind die Eichhörnchen. Sie huschen einem nur an der Nase vorbei, um zu provozieren. Sie rasen blitzschnell am Baumstamm hoch, während anständige Leute sich unten am Baum aufstellen und bellen und ihre Wut rauslassen. Und dann lacht es auch noch von oben! Richtig fies, sag ich da nur. Erwischen lassen sie sich nie. Aber es kommt vor, dass sie anständige Vierbeiner erwischen, in den Nacken beißen, quälen, peinigen!
Wir sind der Meinung, dass Eichhörnchen, diese dreisten rotbraunen Schweifträger, im Wald Kletter- und Springverbot haben sollten, damit sich anständige Wedeltiere in Zukunft nicht mehr so aufregen müssen!

Maikäfer

Freitag, 18. Mai 2018

Es gibt sie noch! Ende April gab es schon eindeutige Hinweise dafür. Ein brauner Flügel hier, ein halber Käfer dort. Im Mai stand ich vor einer Hecke mit frischen grünen Blättern. Da musste doch irgendwo einer sein. War aber nicht. Bis ich den ersten lebendigen Maikäfer auf der Straße fand. Und da konnte ich endlich testen, ob es sich noch so anfühlte wie früher, wenn ein Maikäfer über die Hand krabbelt und einen ernsthaft ansieht. Tut es. Er hat dann einen schönen Platz im Gebüsch vor der Volkshochschule Metzingen bekommen.
Nein, ich werde nicht mehr Bäume schütteln und die runtergefallenen Käfer in einen Schuhkarton mit Löchern stopfen, mit köstlichen Blättern drin. Die Zeiten sind endgültig vorbei! Aber ich kann immer noch träumen … Maikäfer, los, flieg schon!

du oder Du?

Mittwoch, 04. Januar 2017

Es ist ulkig. Früher lernten die Kinder in der Schule, dass sie in Briefen „Du, liebe Tante Anna, ich danke Dir für Dein wunderbares Geschenk“ schreiben sollten. Heute sind wir frei, wir dürfen entscheiden, ob wir in Briefen noch diese traditionelle Großschreibung verwenden wollen oder nicht. Schön! Leider haben das einige nicht so recht begriffen. Das große Du ist auf dem Vormarsch! Duckt euch, das Du kommt! Ist ein Schwätzchen bei WhatsApp ein Brief? Nö. Ist ein veröffentlichtes Interview ein Brief? Sicher nicht. Ist Werbung auf Plakaten in Briefform? Nee! Also warum schreiben immer mehr Menschen dort „Dir, Dein, Dich, Du“? Weil sie nicht darüber nachdenken. Weil sie unsicher sind. Weil sie es anderen rechtmachen wollen. Weil sie unbewusst gegen jede Reform protestieren wollen.
Na klasse. Ich sage dir hiermit, dass ich dich netter finde, wenn du mir ein kleines, freundlicheres, distanzloseres, unverkrampftes Du entgegenwirfst!

Im Dunkeln

Dienstag, 13. Dezember 2016

Es ist ja nun wirklich unpraktisch, das mit der Dunkelheit. Man sieht nämlich so schlecht. Und dummerweise wird es jetzt schon um halb sechs richtig dunkel. Ich stapfe natürlich wacker mit Cookie durch die Natur. Niemand sonst. Die anderen Hund müssen jetzt nicht mehr Gassi gehen. Eine Zeitlang genieße ich noch einen kitschig-rosa Himmel. Am Waldrand male ich mir aus, wie ein Jäger uns für irgendein schießenswertes Getier hält. Und schießt. Vielleicht würde ich hier in die Blätter sinken. Der Hund würde sich mordsmäßig aufregen. Und dem Jäger wäre das echt unangenehm, aber sicher hätte er Ausreden, Argumente, Schießgründe.
Ich gehe unbehelligt weiter und sehne mich nach meinem warmen Heim. Zwei Lichtfinger kommen um die Ecke – warum muss einer um die Zeit noch mit dem Auto durch die Natur fahren? Gibt es solche Gütlesbesitzer? Sicher nicht. Der nimmt doch nur eine Abkürzung. Ich stelle mich an den Wegesrand, bis ich erkennen kann, welche Richtung er nehmen will. Dann kann ich ausweichen. Denke ich. Und mache einen Schritt zur Seite, geblendet von den Scheinwerfern. Plumps! Wie war das mit Hoppe Hoppe Reiter? Ich liege im Graben, aber so richtig tief, alle Knochen tun weh, der Hund zerrt an der Leine und will das Auto fressen, na ganz toll. Nur mit Mühe kann ich da wieder rauskriechen. Nicht lustig!!!
Dann doch lieber die Dunkelheit. Ruhe. Krähenrufe. Und bitte keine Autos!!!
(Habe es wieder nach Hause geschafft. Nichts gebrochen, danke der Nachfrage)

Am Florian

Mittwoch, 31. August 2016

Hier ist es wirklich viel gefährlicher als in Berlin! Findet jedenfalls Cookie. Kaum haben wir die letzten Häuser hinter uns gelassen, schon stürzen sich riesige Mähmaschinen auf meinen armen Hund! Traktoren fahren brüllend an uns vorbei. Über uns kreisen kreischende Raubvögel, die es vor allem auf kleinere Mischlinge abgesehen haben. Und am Fuße des Florians lauern große schwarze Monster mit Hufen, die einen dreisten Hund blitzschnell erwischen können. Was den Berliner Köter aber nicht davon abhält, sich immer wieder auf die Bestien zu stürzen und ihnen ins Ohr zu brüllen … peinlich. Die Pferde schütteln nur ihre Köpfe.

Rücksicht? Nää, uncool.

Dienstag, 26. Mai 2015

Also wirklich. Man muss doch wohl nicht ständig an andere Leute denken, das machen die doch schon selber! Stattdessen kümmern wir uns lieber um uns selbst. Genau. Im Wald zum Beispiel. Wie schön ist es, mit einem Becher Kaffee durch die Natur zu stapfen! Na und wenn der leer ist, werfen wir ihn eben weg! Ist doch nur Pappe, die löst sich auf.Und der Anblick erinnert all die Wald besucher an einen guten Schluck Kaffee.

Oder in der U-Bahn. Als Frau sollte man unbedingt die Beine übereinanderschlagen, das sieht so schön intellektuell aus. Egal, ob jemand in Platznot gerät, weil ein spitzer Fuß ihn attackiert. Als Mann muss man sich natürlich möglichst breitbeinig hinsetzen, das wirkt einfach männlicher. Sollen sich die anderen doch einfach schmaler machen!

Auf der Straße bin ich als Fahrradfahrer automatisch der Beste. Umweltfreundlich. Leise. Ich sause einfach blitzschnell an den Fußgängern vorbei, am besten links entgegen der Fahrtrichtung, schließlich ist vor allem die Überraschung das Lustige daran! Auch wichtig und schön: Im Dunkeln ohne Licht fahren. Das ist cooler und spannender.

Im Supermarkt, wir hatten das Thema schon, ist es originell, den Einkaufswagen mitten im Gang zu parken. So findet man Kontakt zu den Mitmenschen. Entschleunigung können wir das auch nennen. Und wir können uns auf diese Weise den Weg zur Kasse freihalten.

Noch was? Ja. Viel. Aber ich nehme mal Rücksicht auf die Nerven der Leser hier. Man soll es ja nicht übertreiben.