du oder Du?

4. Januar 2017 um 13:14 Uhr

Es ist ulkig. Früher lernten die Kinder in der Schule, dass sie in Briefen „Du, liebe Tante Anna, ich danke Dir für Dein wunderbares Geschenk“ schreiben sollten. Heute sind wir frei, wir dürfen entscheiden, ob wir in Briefen noch diese traditionelle Großschreibung verwenden wollen oder nicht. Schön! Leider haben das einige nicht so recht begriffen. Das große Du ist auf dem Vormarsch! Duckt euch, das Du kommt! Ist ein Schwätzchen bei WhatsApp ein Brief? Nö. Ist ein veröffentlichtes Interview ein Brief? Sicher nicht. Ist Werbung auf Plakaten in Briefform? Nee! Also warum schreiben immer mehr Menschen dort „Dir, Dein, Dich, Du“? Weil sie nicht darüber nachdenken. Weil sie unsicher sind. Weil sie es anderen rechtmachen wollen. Weil sie unbewusst gegen jede Reform protestieren wollen.
Na klasse. Ich sage dir hiermit, dass ich dich netter finde, wenn du mir ein kleines, freundlicheres, distanzloseres, unverkrampftes Du entgegenwirfst!

Im Dunkeln

13. Dezember 2016 um 18:19 Uhr

Es ist ja nun wirklich unpraktisch, das mit der Dunkelheit. Man sieht nämlich so schlecht. Und dummerweise wird es jetzt schon um halb sechs richtig dunkel. Ich stapfe natürlich wacker mit Cookie durch die Natur. Niemand sonst. Die anderen Hund müssen jetzt nicht mehr Gassi gehen. Eine Zeitlang genieße ich noch einen kitschig-rosa Himmel. Am Waldrand male ich mir aus, wie ein Jäger uns für irgendein schießenswertes Getier hält. Und schießt. Vielleicht würde ich hier in die Blätter sinken. Der Hund würde sich mordsmäßig aufregen. Und dem Jäger wäre das echt unangenehm, aber sicher hätte er Ausreden, Argumente, Schießgründe.
Ich gehe unbehelligt weiter und sehne mich nach meinem warmen Heim. Zwei Lichtfinger kommen um die Ecke – warum muss einer um die Zeit noch mit dem Auto durch die Natur fahren? Gibt es solche Gütlesbesitzer? Sicher nicht. Der nimmt doch nur eine Abkürzung. Ich stelle mich an den Wegesrand, bis ich erkennen kann, welche Richtung er nehmen will. Dann kann ich ausweichen. Denke ich. Und mache einen Schritt zur Seite, geblendet von den Scheinwerfern. Plumps! Wie war das mit Hoppe Hoppe Reiter? Ich liege im Graben, aber so richtig tief, alle Knochen tun weh, der Hund zerrt an der Leine und will das Auto fressen, na ganz toll. Nur mit Mühe kann ich da wieder rauskriechen. Nicht lustig!!!
Dann doch lieber die Dunkelheit. Ruhe. Krähenrufe. Und bitte keine Autos!!!
(Habe es wieder nach Hause geschafft. Nichts gebrochen, danke der Nachfrage)

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Am Florian

31. August 2016 um 20:33 Uhr

Hier ist es wirklich viel gefährlicher als in Berlin! Findet jedenfalls Cookie. Kaum haben wir die letzten Häuser hinter uns gelassen, schon stürzen sich riesige Mähmaschinen auf meinen armen Hund! Traktoren fahren brüllend an uns vorbei. Über uns kreisen kreischende Raubvögel, die es vor allem auf kleinere Mischlinge abgesehen haben. Und am Fuße des Florians lauern große schwarze Monster mit Hufen, die einen dreisten Hund blitzschnell erwischen können. Was den Berliner Köter aber nicht davon abhält, sich immer wieder auf die Bestien zu stürzen und ihnen ins Ohr zu brüllen … peinlich. Die Pferde schütteln nur ihre Köpfe.

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Rücksicht? Nää, uncool.

26. Mai 2015 um 19:47 Uhr

Also wirklich. Man muss doch wohl nicht ständig an andere Leute denken, das machen die doch schon selber! Stattdessen kümmern wir uns lieber um uns selbst. Genau. Im Wald zum Beispiel. Wie schön ist es, mit einem Becher Kaffee durch die Natur zu stapfen! Na und wenn der leer ist, werfen wir ihn eben weg! Ist doch nur Pappe, die löst sich auf.Und der Anblick erinnert all die Wald besucher an einen guten Schluck Kaffee.

Oder in der U-Bahn. Als Frau sollte man unbedingt die Beine übereinanderschlagen, das sieht so schön intellektuell aus. Egal, ob jemand in Platznot gerät, weil ein spitzer Fuß ihn attackiert. Als Mann muss man sich natürlich möglichst breitbeinig hinsetzen, das wirkt einfach männlicher. Sollen sich die anderen doch einfach schmaler machen!

Auf der Straße bin ich als Fahrradfahrer automatisch der Beste. Umweltfreundlich. Leise. Ich sause einfach blitzschnell an den Fußgängern vorbei, am besten links entgegen der Fahrtrichtung, schließlich ist vor allem die Überraschung das Lustige daran! Auch wichtig und schön: Im Dunkeln ohne Licht fahren. Das ist cooler und spannender.

Im Supermarkt, wir hatten das Thema schon, ist es originell, den Einkaufswagen mitten im Gang zu parken. So findet man Kontakt zu den Mitmenschen. Entschleunigung können wir das auch nennen. Und wir können uns auf diese Weise den Weg zur Kasse freihalten.

Noch was? Ja. Viel. Aber ich nehme mal Rücksicht auf die Nerven der Leser hier. Man soll es ja nicht übertreiben.

 

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DHL – die tun nix!

28. Januar 2015 um 12:02 Uhr

Das ist ja nett, wenn es den Hund betrifft. Der tut nix! Auch wenn er sich dann am Bein festbeißt, wird wohl seine Gründe haben.

Wenn aber eine Firma, die Geld dafür bekommt, Päckchen zuzustellen, nichts tut, sondern das Päckchen ohne einen Zustellungsversuch zur nächsten Post, sprich: Abhol-Station bringt, dann könnte ich kotzen.

Alle sind zu Hause. Es ist Samstag. Im Internet kann ich lesen, dass mein Päckchen jetzt zugestellt wird. Toll! Ich freue mich, perfektes Timing! Denke ich. Aber nichts passiert. Es gibt auch keinen gelben Zettel im Briefkasten, obwohl ich den, so steht etwas später im Internet, nach erfolglosem Zustellversuch vorfinden müsste. Nichts. Tage später kommt der Zettel per Post zu mir. Und ich muss mich auf den Weg machen, auch wenn für die Zustellung bezahlt wurde, muss mich in die Schlange stellen, Päckchen oder Paket nach Hause schleppen … die nette Dame auf der Post meint, das höre sie jeden Tag. Sie könne auch nichts machen. Klasse. Da hat der Fahrer eben keine Lust und schafft die ganze Ladung zur Post. Dort liegen schon Berge von einsamen Päckchen und warten darauf, abgeholt zu werden.

Na dann wählen wir doch in Zukunft einen zuverlässigeren Zusteller! Hat jemand einen guten Tipp?

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Bierflaschen

1. Oktober 2014 um 21:20 Uhr

Also, falls ihr das noch nicht gemerkt habt: Es sind gute Menschen, die ihre leeren Bierflaschen an den Wegesrand stellen. Vor die Häuser. Neben die Mülleimer. Im Wald sichtbar, nicht mehr versteckt im Gebüsch – damit nämlich arme, bedürftige, bierflaschensammelnde Menschen sie einsammeln und dafür viel viel Geld bekommen können! Und dann können die ihren Kindern Brot und Anziehsachen und anständige Smartphones kaufen. Von den liebevoll platzierten Bierflaschen, jawoll!

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Schon wieder sowas mit nem Ball

30. Juni 2014 um 18:08 Uhr

Das scheint ja öfter stattzufinden. Heute rufen wieder welche ganz laut „Schlaaand!“. Was ich aber traurig finde: Wenn algerische Spieler fasten müssen und womöglich hungrig und durstig auf dem Spielfeld zusammenbrechen.

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Putenversteher

29. März 2014 um 18:35 Uhr

Ein Putenversteher ist ein Mensch, der Puten versteht. Er sieht sich seltsame Filme über Truthähne an, die sich vom Horror des Thanksgiving-Rituals befreien wollen und doch auch gehorsame Massentiere sind. Der Putenversteher schaut gerührt über den Zaun einer Truthahnfarm und freut sich über die lustigen Geräusche, die so ein Vogel machen kann. Ein Putenversteher träumt voller Ehrfurcht vom göttlichen Super-Puter, der uns den Weg weisen wird – wenn er den Putenfilm nicht richtig verstanden hat. Und ein Putenversteher ist natürlich ein Mensch, von dem wir uns unbedingt distanzieren müssen, denn alle „Versteher“ sind verdächtig, das Wort allein sagt es schon! Ein Versteher tut so, als hätte er etwas verstanden, aber in Wahrheit haben ja die anderen alles verstanden, und deshalb sprechen sie so verächtlich über die ach so verständnisvollen Versteher … verstehe ich jetzt auch nicht so richtig, aber egal.

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