Archiv für die Kategorie 'Deutsch'

Partizip I oder II?

Dienstag, 17. August 2010

Meine Klasse ist nicht so ganz glücklich. Warum muss man jetzt auch noch Partizipien erlernen und als kompliziertes Attribut vor ein harmloses Nomen stellen? Nun, das ist manchmal praktisch. Der Hund, der durchs Zimmer rennt und laut bellt, wird plötzlich zum durchs Zimmer rennenden und bellenden Hund. Die Schauspielerin, die gestern heimlich von neugierigen Journalisten fotografiert wurde, hat sich in die heimlich von neugierigen Journalisten fotografierte Schauspielerin verwandelt. So weit, so gut. Aber warum wird der Satz, den ich einfach nicht bilden kann, ein nicht zu bildender Satz? Und warum sind Hausaufgaben, die wir machen müssen, plötzlich zu machende Hausaufgaben? Ganz einfach. Weil die zu unterrichtenden Schüler immer neue zu erledigende Aufgaben bekommen müssen, um schließlich das von ihnen selbst gesteckte Ziel zu erreichen.

Und, wie viele Partizipialattribute gibt es in diesem Text?

Zyprer oder Zyprioten?

Mittwoch, 23. Juni 2010

Heute habe ich gelernt, dass die Bezeichnung “Zyprioten” für die Bewohner Zyperns veraltet und man immer mehr von Zyprern spricht. Auch recht! Mir gefällt, was der Zwiebelfisch dazu sagt.

Nepaler – Nepalese – Nepali?

Sonntag, 13. Juni 2010

Wir tun uns ja schon manchmal schwer bei der Bezeichnung fremder Völker. Wie heißen jetzt nun die Leute in Bangladesch? Bangladescher. Und die aus Nepal? Nepalesen. Der Nepalese und die Nepalesin. Gesprochen wird Nepali, aber wir können auch Nepalesisch oder Nepalisch sagen, damit wir eine vertraute Endung sehen. Nur verwechseln sollten wir das alles nicht und womöglich die Menschen in Nepal als Nepali bezeichnen! Denn sie sind nun mal Nepalesen.

Arme Lerner

Mittwoch, 17. März 2010

Immer wenn ich eine neue Klasse habe, wird mir wieder klar, wie schwer die deutsche Sprache ist. Gerade für Anfänger! Schon allein so kleine Wörtchen wie “sie” und “ihr” können einen doch in den Wahnsinn treiben, oder? Hier ein Beispiel, das alles klären soll …

Ihr Vater wollte ihr helfen, ihre Stereoanlage zu reparieren, deshalb brachte sie sie ihm und er sah sie sich genauer an. Aber was war das? Sie war ja völlig verstaubt! Das war ihr natürlich peinlich und sie errötete zart. “Ihr habt heutzutage keinen Respekt mehr vor euren teuren Geräten”, brummelte ihr Vater und schob sie mürrisch zur Seite. Dann stellte er die Anlage auf seine Werkbank, nachdem er sie freigeräumt hatte, und schraubte so lange an ihr herum, bis sie wieder Musik von sich gab, die alles übertönte. Sie freute sich riesig und nahm sie wieder mit in ihr Zimmer. Der Vater aber sah ihr hinterher und seufzte nur. Es sei noch hinzugefügt, dass sie sich oft über ihr Zeugs stritten.

Und Sie, glauben Sie, Sie können Ihr Deutsch mit so einem Unsinn verbessern?

Du, dein und dir. Ganz klein.

Donnerstag, 11. März 2010

Es ist schon ulkig, dass die Werbung sich jetzt an einem großen “Dich” und “Du” auf Plakaten, in Anzeigen festklammert, als ob die Firmen Kunden verlieren würden, wenn sie einen Leser ganz normal mit einem kleinen “du” ansprechen würden. Wie es ja richtig wäre. Vielleicht haben die Texter einfach panische Angst, es sich mit jemandem zu verderben? Tja, mit mir haben sie es schon … Schreibt “du” klein! Bitte!
Dann kaufe ich euch auch gerne euren Quatsch ab.

Mein oder dein Deutsch? Falsche Frage!

Sonntag, 21. Februar 2010

Als DaF-Lehrer(in) hat man schon eine ganz schöne Verantwortung. Man gibt den vertrauensvollen Lernern ein Vokabular mit auf den Weg, mit dem sie sich dann bewähren müssen. Sie sollen nicht gleich anecken, sich lächerlich machen, Erstaunen hervorrufen. Deshalb unterrichte ich nicht Begriffe wie “Fernsehen kucken” oder “Frühstück essen”, auch wenn solche Ausdrücke in manchen Gegenden Deutschlands wohl völlig üblich zu sein scheinen. Vielmehr orientiere ich mich an Lehrwerken, die eine Art “überregionale Neutralsprache” vermitteln, mit der sich ein Ausländer hier im Inland nicht blamieren sollte. Eins der ersten Wörter, die ich von einem (nicht befreundeten) Japaner zu dessen großem Amüsement lernte, war so etwas wie “Leck mich doch …” Oh oh, gut, dass ich damals schnell von einem echten Freund aufgeklärt wurde!

Pfingsten?

Montag, 01. Juni 2009

Ich finde es toll, wenn sich jemand die Mühe gibt, hinter die Dinge zu schauen. Hier ein Link zu Kristins Sprachblog und zur Erklärung, woher das Wort Pfingsten kommt – schöne Seite!

Wie geil ist das denn!

Mittwoch, 03. Dezember 2008

Wer heutzutage sprachlich auf der Höhe sein will, sollte sich unbedingt ein paar muntere Sprüche aneignen, die bei jüngeren Leuten beliebt sind. Noch vor nicht allzu langer Zeit galt es als schick, mitten im Satz ein erstaunt-pikiertes “Hallo???” auszurufen.
Die Möchtegern-Intellektuellen bauen mit sorgenvoll gerunzelter Stirn “ein Stück weit” ein und fühlen sich sehr, sehr weise dabei.
Witzig aber finde ich den Spruch “Wie geil ist das denn!“, den man beliebig abwandeln kann: Wie eklig ist das dann? Wie blöd wäre das denn? Ganz wichtig dabei ist das Betonen von “das”, um Begeisterung und Distanziertheit gleichermaßen rüberzubringen.
Ich wüsste zu gern, wer den Spruch erfunden hat! Naruto hat ihn jedenfalls gut drauf.

Guter Eindruck durch ordentliche Rechtschreibung

Dienstag, 19. Februar 2008

Klar, wissen wir doch, eine Bewerbung zum Beispiel sollte korrekt geschrieben sein, sonst kriege ich den Job nicht. Auch wenn ich dabei nur Regale einräumen sollte – ein Fehler und Pech gehabt! Da heißt es dann weiterhin die eigenen Regale ein- und umräumen.
Genauso ist es mit unerwünschter Post per E-Mail. Natürlich würde ich gerne all die wunderbaren Nachrichten öffnen (ha ha), wenn die nur ordenlich geschrieben wären! Stattdessen wird mir “Energie für ihren Schwanz” angeboten – Moment mal, wer ist die denn, diese Frau, um deren Schwanz es da geht? Und was habe ich damit zu tun?
Dann wieder schreibt mir ein “Anwalt” eine “letzt mahnung”, ein ganz Fremder lädt mich zum wiederholten Mal zu einer “Party bei Uschi an freitag” ein und eine “Schule” will mir weismachen, dass mich ein “Schultfreund” sucht. Nö. So geht das nicht. Wenn schon die Betreffzeile nicht stimmt, dann will ich das gar nicht erst lesen, da bin ich eigen.
Sonst wäre ich sicherlich gerne auf die letzte Mahnung eingegangen und hätte mal eben fünftausend Euro überwiesen oder doch noch eine Portion von dem glücksbringenden Zeugs bestellt.