Sprachberatung: Indirekte Rede

17. Mai 2007 um 20:14 Uhr

Es gibt Millionen von Möglichkeiten, ein Gespräch in einen zusammenhängenden Text umzuformen, klar. Hier mein Vorschlag für den Dialog von unten:

Ein Mann betritt einen Raum und grüßt. Die Frau in dem Raum (kann auch ein Mann sein) fragt verwirrt, was der Mann will. Er sagt, er wolle sie töten. Sie fragt ihn entsetzt nach dem Grund, und sie betont, ihm nichts getan zu haben. Er erwidert gelassen, dass er dafür bezahlt werde. Sofort bietet sie ihm an, mehr zu zahlen, doch davon will er nichts wissen; es sei zu spät und er habe seine Prinzipien. Und doch bietet sie ihm 50.000 Euro an, die er kühl ablehnt. Sie droht daraufhin, laut zu schreien, dann käme Hilfe. Er jedoch bedroht sie mit seiner Waffe und fragt sie ganz dreist noch nach einem letzten Wunsch. Sie ist wieder irritiert und will wissen, warum er sie das frage. Er deutet an, dass ihm das mehr Spaß mache. In diesem Augenblick geht die Tür auf, die Frau schöpft Hoffnung und begrüßt freudig ihren Mann und bittet ihn um Hilfe. Doch der ist nur empört, dass der Mörder noch nicht fertig ist mit seiner Arbeit. Die Frau beginnt zu schreien.

Sprachberatung: Indirekte Rede

um 19:58 Uhr

U. aus Russland hat noch ein paar Probleme mit der indirekten Rede. Darum versuchen wir es im Unterricht mal mit diesem Dialog. Nicht vergessen: Es gibt Sprechhandlungen (sie flüstert, er schreit, sie blickt ihn fragend an, er nickt …), die keine Dialoge brauchen.

Unsere Übung:

Mörder: Guten Abend.

Opfer: Was wollen Sie hier?

Mörder: Sie töten.

Opfer: Aber warum, ich habe Ihnen doch nichts getan!

Mörder: Ich werde dafür bezahlt.

Opfer: Ich zahle Ihnen mehr!

Mörder: Zu spät. Ich habe meine Prinzipien.

Opfer: Fünfzigtausend Euro?

Mörder: Vergessen Sie’s.

Opfer: Ich schreie ganz laut! Dann kommt Hilfe!

Mörder: Und ich schieße jetzt. Haben Sie noch einen letzten Wunsch?

Opfer: Warum fragen Sie mich das?

Mörder: So macht es mehr Spaß.

Opfer: (Blickt zur Tür). Oh, Schatz, gut dass du kommst! Hilfe!

Schatz: Verdammt, sind Sie noch nicht fertig?

Opfer: Gaah!!

Der neue Text soll nun keine wörtliche Rede mehr enthalten. Schafft ihr das? Eine Lösung gibts später!

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Sprachberatung: Des Mannes – des Kollegen?

9. Mai 2007 um 14:24 Uhr

D. aus Nepal möchte wissen, warum manche Wörter im Genitiv kein “s” am Ende haben, obwohl sie maskulin sind.

Es gibt eine Gruppe von maskulinen Nomen, die zur sogenannten n-Deklination gehören. All diese Nomen haben im Akkusativ, Dativ und Genitiv ein “n” oder “en” am Ende.

Beispiele:
Der Affe, der Bauer, der Herr, der Elefant, der Demonstrant,
der Produzent, der Biologe, der Automat …

Anwendung:
Ich fotografiere den Affen.
Ich spreche mit dem Affen.
Ich suche den Namen des Affen.
Aber:
Wo ist der Affe? (Nominativ)

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Sprachberatung: Der Deutsche – die Deutsche

6. Mai 2007 um 12:02 Uhr

Maryam aus Tunesien will wissen: Warum gibt es in Deutschland keine Deutscherin? Wie “Engländerin” zum Beispiel.

Liebe Maryam, das ist komisch mit den Deutschen: Ihre Nationalität leitet sich vom Adjektiv “deutsch” ab, darum ändern sich die Endungen anders als bei anderen Nationalitäten.
Der Franzose – die Französin.
Der Tunesier – die Tunesierin.
Schön.

Beim Deutschen ist es aber so, als ob noch ein Nomen hinterher käme. Darum sagen wir:
Der Deutsche – die Deutsche.
Ein Deutscher – eine Deutsche.
Plural: Deutsche – die Deutschen – alle Deutschen.

Alles klar? Tschüs!

Franziska

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Sprachberatung!

5. Mai 2007 um 23:06 Uhr

Habt ihr Fragen zu Deutschproblemen, zu den Geheimnissen von Relativsätzen, Konjunktiv oder einer kleinen Partizipialkonstruktion? Habt ihr eine ganz spezielle Frage zu euren Hausaufgaben? Damit meine ich nicht, dass ich sie für euch erledige, nein. Aber wenn ihr solche Probleme habt, könnte ihr mich fragen.
Vielleicht gibt es sogar Hilfe … hier!
Das gilt natürlich vor allem für meine lieben Schüler von Eurasia!

franziska-zu-hause.jpgFranziska

Rosenmontag

19. Februar 2007 um 10:56 Uhr

Hurra! Wir sind in Berlin und müssen nicht mitmachen! Ich glaube, wenn ich am Rhein wohnen würde, würde ich spätestens heute nach Berlin kommen. Dummdädummdää. Wenn sich hier am Wochenende ein zaghafter Mensch mit ulkigem Hütchen und aufgemalten Sommersprossen gezeigt hat, hat er/sie höchstens ein mildes Lächeln bei seinen/ihren Mitmenschen geerntet. Oder eher keine Reaktion, schließlich sind wir in Berlin, und jeder läuft sowieso rum, wie es ihm passt.
Nur beim Fernsehen gerate ich beim Zappen aus Versehen in eine Karnevalsveranstaltung. Und da verstehe ich dann, warum mich die organisierte Ulkerei so rasend macht: Rosenmontag kommt ja gar nicht von den Rosen, sondern von “rasen”, verrückt spielen! Kein Wunder also.

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Noch mal zur Rechtschreibung

22. Januar 2007 um 15:45 Uhr

Eins ist klar: Eine geltende Rechtschreibung ist kein Gesetz, an das man sich halten muss! Es sei denn, man sitzt auf einem Amt und hat seine Bestimmungen. Oder man ist Lehrer oder Schüler. Ich sehe manchmal, wie jemand immer ein “Ü” durch ein “Y” ersetzt. Das finde ich originell und nett! Eine Guillotine wartet also auf niemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Was aber die aktuelle Rechtschreibung anbetrifft, so treffe ich ständig Leute, die überrascht fragen: Ach, man schreibt jetzt “wie viel“, “im Voraus” oder “Abschluss“? Ja, tut man. Viele meinen: “Och nö, ich hab das anders gelernt, dabei bleibe ich.” Da tauchen dann immer noch uralte Formen wie “für’s” oder “in’s” auf, die vor dreißig Jahren schon abgeschafft wurden. Und je mehr darüber diskutiert wird, je mehr diese Themen überhaupt ins Bewusstsein vieler Menschen rücken, desto mehr Fehler verbreiten sich. Jetzt ist es schon in der Werbung üblich, die Leute mit “Was willst Du?” anzureden, obwohl hier nicht mal die alte Briefregelung gilt! Lästig. Auch “Straße” sehe ich immer mehr mit zwei “s”, weil so eine Art Wahn um sich greift. Ein Grund dafür ist: Keiner hat Lust, sich noch mal hinzusetzen und sich die aktuellen Regeln reinzuziehen. Zu anstrengend. Die Schule ist schließlich vorbei. Da wird dann eben irgendwas aufgeschnappt und etwas nie gehört, obwohl es jetzt Norm ist.

Schade irgendwie. Vielleicht kehrt ja in dreißig Jahren wieder Ruhe ein, wenn die jetzigen Schulkinder groß sind und ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen.

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Du oder du?

20. Januar 2007 um 09:54 Uhr

Manchmal hat eine Schreibweise auch etwas mit dem eigenen Gefühl zu tun, ganz klar. Nehmen wir zum Beispiel einen Brief: Als vor zehn Jahren beschlossen wurde, “du” und “dein” und “dir” solle jetzt kleingeschrieben werden, fand ich das richtig gut. Habe ich auch sofort übernommen und mich sehr schnell daran gewöhnt. Nur ganz selten, in Briefen an irgendeine Tante Emma etwa, da zögerte ich kurz: Was sie wohl denkt? Allerdings sollte Tante Emma inzwischen wissen, dass ich Deutschlehrerin bin und daher ab und zu anders schreibe, als sie es gewöhnt ist.

Wenn ich heute eine Mail bekomme (Briefe schreibt man ja nicht mehr) , in der “du” großgeschrieben ist, dann denke ich: Ach, das gibts auch noch. Oder: Warum so förmlich? Ich finde jedenfalls, dass durch respektvolle Höflichkeit viel von der natürlichen Nähe verloren gehen kann. Schade irgendwie. Heute ist es übrigens dem Schreiber wieder freigestellt, ob er “du” oder “Du” im Brief schreibt. Ich bleibe bei “du”. (Gut, dass ich gar keine Tante Emma habe, die sich darüber echauffieren könnte.)

Aber wenn mir jemand schreiben will und in Zukunft zögert, wie er/sie schreiben soll: Ist schon okay. Ich weiß ja, wie’s gemeint ist.

kurz – und noch kürzer

16. Januar 2007 um 09:07 Uhr

Was ich ganz nett finde, ist so ein “Kürzestroman” oder eine “Kürzestgeschichte”, die alles Wesentliche in etwa drei Sätzen auf den Punkt bringt – und dann noch womöglich witzig und spannend ist! Gabs da nicht früher immer sowas in einer bekannten Zeitschrift, auf der Witzseite? Ewig nicht gelesen.
Also nicht wundern, wenn hier demnächst etwas in der Art auftaucht! Ist doch auch eine sprachliche Herausforderung: Fast alles weglassen.

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