Relativsätze Teil II

26. September 2007 um 9:29 Uhr

Und hier ist die Lösung! Im ganzen Text inklusive Einleitung und Schluss befinden sich 19 Relativsätze.
Der Text mit den Männern am Tresen lautet so:

In der Kneipe. Zwei Männer stehen am Tresen und kippen ihr Bierchen, das natürlich nicht das erste ist, als der eine von ihnen plötzlich zusammenzuckt.

Der eine: Du, kennst du die Tussi, die da hinten steht?

Der andere: Moment, welche? Meinst du die, die so laut mit ihren Freundinnen redet?

Der eine: Nee, ich meine die, der der Kerl da gerade ins Gesicht gespuckt hat.

Der andere: Echt jetzt, ins Gesicht? Igitt. Die Tante also, die sich jetzt von uns weggedreht hat, die so eine komische Jacke trägt?

Der eine: Genau die! Das ist die Kuh, der ich meine ganze Kohle geliehen habe. Bis heute habe ich die nicht wieder!

Der andere: Na schön blöd. Einer Tussi, die so drauf ist, würde ich bestimmt kein Geld geben!

Der eine: Na hör mal! Denk doch mal an deine sogenannte Traumfrau, die du bis nach München verfolgt hast!

Der andere: Das ist doch was ganz anderes. Das war Mira, die echt die süßeste Maus auf Erden ist.

Der eine: Ach!? War das nicht die, mit der du dann solchen Zoff hattest, dass du sie aus deiner Wohnung geschmissen hast? Und ihre Sachen aus dem Fenster?

Der andere: Mensch, Schnee von gestern! Sie hat sich geändert. Heute ist sie wieder die Frau, an die ich pausenlos denke! Schon allein ihre Grübchen …

Der eine: Ach hör mir auf. Das Weib da drüben ist jedenfalls die Ziege, deren Cabrio ich mit Pferdeäpfeln abgefüllt habe, erinnerst du dich?

Der andere: Ha, na klar, die Chaotin, die dir dann die Fensterscheiben eingeschmissen hat! Du, Moment mal. Aber das ist doch … verdammt, das ist ja meine Mira, von der ich die ganze Zeit geredet habe!

Der eine: Ups. Öh – nochn Bier?

Relativsätze Teil I

25. September 2007 um 10:50 Uhr

Immer wenn ich A. aus Palästina mal wieder ganz behutsam frage, was eigentlich ein Relativsatz sei, bekommt sie diesen panischen Blick. Es ist schon ein richtig nettes Spiel zwischen uns! Dabei ist es gar nicht so schwer: Ein Relativsatz ist ein Satz, der ein Wort oder einen ganzen Satz näher definiert. Wie der Satz, den ich gerade geschrieben habe. Hm. Dazu fällt mir der folgende Dialog ein:

In der Kneipe. Zwei Frauen stehen am Tresen und kippen ihr Bierchen, das natürlich nicht das erste ist, als die eine von ihnen plötzlich zusammenzuckt.

Die eine: Du, kennst du den Kerl, der da hinten steht?

Die andere: Moment, welchen? Meinst du den, der so laut mit seinen Kumpels redet?

Die eine: Nee, ich meine den, dem die Frau da gerade ins Gesicht gespuckt hat.

Die andere: Echt jetzt, ins Gesicht? Der Heini also, der sich jetzt von uns weggedreht hat, der so eine alberne Jacke trägt?

Die eine: Genau der! Das ist der Kerl, dem ich meine ganze Kohle geliehen habe. Bis heute habe ich die nicht wieder!

Die andere: Na schön blöd. Einem Typ, der so drauf ist, würde ich bestimmt kein Geld geben!

Die eine: Na hör mal! Denk doch mal an deinen sogenannten Traummann, den du bis nach München verfolgt hast!

Die andere: Das ist doch was ganz anderes. Das war Gero, der echt der süßeste Mann auf Erden ist.

Die eine: Ach!? War das nicht der, mit dem du dann solchen Zoff hattest, dass du ihn aus deiner Wohnung geschmissen hast? Und seine Sachen aus dem Fenster?

Die andere: Mensch, Schnee von gestern! Er hat sich geändert. Heute ist er wieder der Mann, an den ich pausenlos denke! Schon allein seine Grübchen …

Die eine: Ach hör mir auf. Der Typ da drüben ist jedenfalls der Kerl, dessen Cabrio ich mit Pferdeäpfeln abgefüllt habe, erinnerst du dich?

Die andere: Ha, na klar, der Chaot, der dir dann die Fensterscheiben eingeschmissen hat! Du, Moment mal. Aber das ist doch … verdammt, das ist ja mein Gero, von dem ich die ganze Zeit geredet habe!

Die eine: Ups. Öh – nochn Bier?

Und jetzt kommt natürlich die Preisfrage: Wie viele Relativsätze findet ihr hier? Auflösung morgen! Dann noch für alle, die noch nicht genug Hausaufgaben an der Backe haben: Schreibt doch mal den ganzen Dialog mit zwei Männern, die sich über Frauen unterhalten!

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Herbstanfang

24. September 2007 um 22:47 Uhr

Heute (Supersonnentag, ich an Wann- und Schlachtensee unterwegs) war wohl der letzte Sommertag; alle unken, dass es nun wirklich mit dem Herbst losgeht. Da stimme ich mich doch schon mal mit dem passenden Kürbisbild drauf ein!

kuerbis.jpg

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Kladow – wo liegt das denn?

23. September 2007 um 0:12 Uhr

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, sich ohne eingeschaltetes Mobiltelefon zu einem Termin zu begeben: So erfährt man eventuell zu spät von einer Änderung – und kann dann mal so richtig spontan sein! Wie ich gestern.
Freitagnachmittag, halb drei, S-Bahnhof Wannsee. Was mache ich bloß? Ich schwinge mir meinen Rucksack mit den ganzen Büchern auf den Rücken und gehe zum Hafen runter. Mal sehn … leichte Bodenseegefühle kommen auf. Dazu Sonne, Schäfchenwolken, traumhafte Temperaturen und ein leichter Wind. Nö, da will ich nicht gleich wieder zurückrasen und mich zwischen die Häuserzeilen klemmen. Stattdessen sehe ich mir die Schiffe an. Eine 4-Seen-Rundfahrt? Muss nicht sein. Ich gehe weiter und sehe eine recht lange Menschenschlange vor einem recht kleinen Schiffchen. Gibts da was umsonst? In der Tat! Von den Wartenden erfahre ich, dass das die Fähre nach Kladow ist! Das finde ich aber mal nett. Zwanzig Minuten darf ich mit meiner BVG-Monatskarte über den See tuckern und mir die grünen Ufer ansehen, ohne etwas bezahlen zu müssen. Danke für diese Erfindung! Ich setze mich also neugierig an Deck und genieße das Wetter, die Schiffchenfahrt und meine unerwartete Freiheit. Wir legen schließlich auf der anderen Seite an und ich mache meine ersten, zögerlichen Schritte am Ufer entlang. Schön! Und ruhig und leer und spätsommerlich. Altmodische Häuschen und Villen, aber auch Zugang zum See, entspannte Spaziergänger und Einheimische. Was hatte mir die Frau in der Warteschlange auf meine Fragen nach Kladow gesagt? Dorfidylle und Spießer könne ich sehen. Na denn – heute nichts dagegen.
Wenn ich groß bin, will ich auch Spießer sein …
Und soll ich wieder die Fähre zurück nehmen? Ich entdecke eine Bushaltestelle: Der Bus fährt bis Spandau, es gibt sogar einen bis zum Zoo, aber der ist gerade weg. Also sehe ich mir die fremde Landschaft mal vom Oberdeck an, ganz vorne ist auch noch frei.
Ich genieße diese Fahrt, diesen Nachmittag, kann sogar Spandau besichtigen, und komme todmüde gegen sechs wieder heim. Wieder kaum gearbeitet … aber gelebt. Ist auch viel besser.

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Und am Weltkindertag in den Britzer Garten – nicht zu den Massen

16. September 2007 um 21:51 Uhr

Was macht denn die arme Neuköllner Familie, wenn sie Sehnsucht nach Grün hat? Sie kann zum Beispiel in den Britzer Garten fahren, eine ehemalige BUGA. Man muss sich nur den widerstrebenden Zehnjährigen unter den Arm klemmen (zehn Meter hinter unserem Haus heißt es dann schon „Können wir jetzt wieder umdrehen?“) und los gehts.
Der Park kostet Eintritt, dafür hat er den Vorteil, dass man weder in Hundehaufen tritt noch wilden Fahradfahrern ausweichen muss. Himmlisch! Nichts gegen Hunde, aber hier in Berlin – nee. Als Erstes möchten wir von der Parkeisenbahn ins Parkinnere gebracht werden. Sonne pur auf der Bank. Doch leider ist der kleine Zug gerammelt voll mit grimmigen Altchen, die auch wirklich keinen Zentimeter rücken wollen. Okay, wir laufen. Soll ja gesund sein, selbst für muffige Zehnjährige.
Vorbei an den Schäfchen, die eifrig mit Eicheln gefüttert werden (nicht von uns) kommen wir zu einer Drachen-Bastelstelle. Prima Idee, denkt die Mutter. Keine Lust, denkt der Sohn. Gut, weiter durch einen winzigen, verwunschenen Wald. Allmählich entspannen wir uns, der Großstadtmief fällt ab. Weiter hinten die Esel in ihrem Gehege werden kurz begrüßt und gestreichelt. Die Ziegen und Enten nur beäugt. Dann gelangen wir zum Wasserspielplatz, ein echtes Highlight für Inhaber von Fünfjährigen mit Wasserliebe. Wir setzen uns nach Verzehr eines Germknödels mit Vanillesoße und Mohn mit Pflaumenfüllung im Knödel auf eine der Schleusen. Erste Lesepause; bloß nicht spielen … Obwohl der grimmige Zehnjährige nicht umhin kann, zwischendurch auch ein paar Schleusen zu testen, seine Schuhe auszuziehen und mit Wasser zu benetzen und überhaupt sich langsam wie ein Kind zu benehmen. Nichts dagegen!
Nächste Station: Der riesige Hügel, von dem aus die Drachen gestartet werden. Die Sonne leuchtet spätsommerlich, überall liegt man im Gras, wir dann auch, Gelächter und Rufen … Unten der See ist zu sehen, einige Drachen fliegen sogar, und wir lesen, bis sich die Jugend dazu entschließt, den Hügel wieder und wieder runterzurollen. Ich soll auch mal, und widerstrebend gebe ich nach. Mir ist dann ziemlich übel, aber – hat was! Wann habe ich das zum letzten Mal gemacht? Vor dreißig Jahren?? Oh oh … Wir bleiben eine ganze Weile und ziehen dann weiter zum „Wasserfall„. Ja, hier in Berlin haben wir einen eisigen Bach, der aus der Felswand stürzt, an großen Steinen vorbei bergab. Die Steine verlocken natürlich zum Springen, und wir fallen nicht mal rein! Todesmutig der abenteuergewohnte zehnjährige Held, der die tosenden Fluten überspringt. Die Mutter nimmt dann doch lieber die sichereren Steine weiter unten … an der Brücke machen wir uns wieder einmal auf Flusskrebssuche. Erst sehen wir nur einzelne rote Beine am Ufer (die Krähen schnappen sich diese Leckerbissen aus dem Wasser), dann sehen wir den ersten lebendigen, und es werden immer mehr! Einer hockt am Ufer, ein großen Viech, und als wir uns entzückt nähern, reckt er die Zangen hoch, wow, furchterregend! Der stahlharte Knabe, Naturbursche durch und durch, schnappt sich gekonnt einen Krebs, will ihn ja soo gerne mitnehmen als Haustier! Aber Mütter sind grausam: Nein. Das rote Tier wird wieder liebevoll ins Wasser gesetzt.
Langsam wird es Abend, das Septemberlicht ist unbeschreiblich. Die Leute werden weniger und wir sind oft völlig allein. Am Bach, im Wäldchen … ich halte Ausschau nach einem der Füchse, die wir hier schon gesichtet haben, aber heute zeigt sich keiner, nur ein Eichhörnchen mit Eichel im Mund. (Maul klingt mir zu grob für dieses Gesicht). Die Jugend hat noch gar keine Lust, nach Hause zu fahren, aber es ist bald sieben, und so verlassen wir schließlich müde und zufrieden den Park. Auch das gibt es in Berlin: Natur. Schön.

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Und zum Schluss: Das Pergamonmuseum

13. September 2007 um 22:52 Uhr

Nein, ich werde jetzt nicht jedes Detail des Pergamonaltars beschreiben; auch nicht die anderen Skulpturen und Tore und Steine und Teppiche … und auch nicht die Schließfächer und Andenken am Eingang. Ist immer wieder schön, geht selber hin. Dramatischer Höhepunkt für mich war die Hinfahrt. Wie kriege ich neunzehn träge Jugendliche (und zwei wendige Erwachsene) rechtzeitig aus dem Bus, wenn es sich alle auf dem Oberdeck gemütlich gemacht haben und dort mit ihren italienischen Plaudereien den ganzen Bus unterhalten wollen? Nun, wir haben es dann geschafft, weil der Busfahrer eben einfach nicht weiterfahren konnte, während eine schlappe Gestalt der nächsten die schmale Treppe hinunter folgte. Echt spannend, zumindest für mich: Wird vielleicht doch noch jemand bis zur nächsten Station mitgeschleift? Aber wie immer klappt dann doch alles, und auch unser Italienisch sprechender Museumsführer steht schon bereit. Mein wohlgemeinter Vorschlag, die Führung doch auf Deutsch zu machen, wird von der Jugend gnadenlos abgeschmettert. Na bitte, macht doch, was ihr wollt … ich lausche eine Stunde lang abwechselnd den italienischen und kantonesischen Klängen, die zeitgleich dieselben Dinge kommentieren, weil die niedliche Gruppe aus Hong Kong gleichzeitig mit uns ihre Führung begonnen hat. Wir tauschen amüsierte Blicke aus.
Auf dem Heimweg schwirrt mir der Kopf sehr international und ich kann dem anschließenden Elternabend nicht immer voll konzentriert folgen. Aber der ist immerhin auf Deutsch.

Kalte Ohren und müde Füße – oder umgekehrt

12. September 2007 um 19:46 Uhr

Aus lauter Jux und Dollerei schnappe ich mir heute meine lieben Italiener und mache eine Schiffchenfahrt auf der Spree. „Auf der rechten Seite sehen Sie jetzt …“ ist amüsant und ich lausche zunächst eifrig. Wenn ich nicht immer mehr in mich hineinschrumpfen würde vor lauter Kälte und Fahrtwind und mein Blick nach einer Stunde wohl auch immer glasiger würde. Der Himmel ist grau bedeckt und einzelne Tropfen treffen mich. Frechheit. Meine Hände werden immer kälter, aber ich bleibe eisern oben an Deck, nur Weicheier setzen sich schließlich unten rein, ha! Nach einer Weile wäre ich gern ein Weichei, aber ich bin so steifgefroren, dass ich den Weg unter Deck nicht schaffe. Außerdem muss ich ja die ziemlich genuschelten Kommentare des launigen Sprechers übersetzen.
Das Bibbern lässt auf der anschließenden Wanderung die Spree entlang nach; jetzt beginnt das Niesen. Ständiges Italienisch untermalt den Anblick von Reichstag, Brandenburger Tor, Pariser Platz (ach ja, am 22. ist da Demo, nicht vergessen!). Toilettenpause in einem sehr kulturellen Gebäude, dessen Toiletten ausdrücklich nicht öffentlich sind. Mir egal. Einige haben sich in der Nähe heiße Getränke besorgt und wollen die elegante Halle am liebsten gar nicht mehr verlassen. Es sitzt sich aber auch wirklich gut hier. Wir verlassen das Gebäude schließlich zum Hinterausgang und landen bei den Mahnmal-Stelen, immer wieder beeindruckend. Ich schärfe meinen Schützlingen vorher ein, nicht Verstecken zu spielen oder wilde Lieder zu singen. Sie bleiben dann auch (fast) brav, nur einer macht kurze Turn- und Springversuche. Ein kurzes Kopfschütteln meinerseits lässt ihn sofort absteigen (wow).
Viele viele Stunden später bin ich auf der Heimfahrt und gönne mir noch schnell einen heißen Kakao aus dem Automaten. Heute nix mit Eis! Zu Hause muss ich dann erstmal unter der Lieblingskuscheldecke wieder auftauen und die müden Knochen erholen …

Und manche machen sowas jeden Tag! Uff.

Und heute: Die Oranienburger runter!

11. September 2007 um 22:08 Uhr

Wenn man sich an einem beliebigen elften September ganz doll langweilt, kann man sich ja mal eben zwanzig Italiener unter den Arm klemmen und die Oranienburger Straße erkunden. Nehmen wir also, damit die Optik stimmt, eine muntere Gruppe mit Achtzehnjährigen und gehen als Erstes ins Tacheles. Was, noch nicht dagewesen? Hier kommt eine sonst fast ausgestorbene Szenestimmung auf, Hausbesetzertreppenhaus trifft auf Hippiehinterhof mit Lagerfeuer und Rockmusik. Wir steigen die Treppen hoch und mein Grüppchen wirft zweifelnde Blicke umher. Will sie uns das hier wirklich zeigen? Aber es gefällt ihnen! Verschrobene Galerien hoffen auf einen kleinen Verkauf, während die lautstark Italienisch blubbernde Gruppe überall Fotos schießt und aus dem Fenster schaut. Nun denn, erstes Ausflugsziel zufriedenstellend.
Wir schlappen die Straße weiter; noch sind keine der dort nächtens aktiven Damen zu sehen, schade irgendwie. Ich finde deren Klamotten immer so schön schrill, außerdem gehören sie einfach zum Ambiente. Dafür werfen alle ein paar ehrfürchtige Blicke auf das alte und unglaublich mächtige Postfuhramt. Meine Güte, ist das aber auch groß. Vorbei an der wunderschönen Synagoge, wieder einmal von Touristen belagert. Ein paar Polizisten stehen auch rum, wie üblich. Weiter. Den Monbijoupark lassen wir einfach mal rechts liegen, ist ja nun nicht soo spannend. Dafür aber die Hackeschen Höfe! Bevor alle schon etwas ermüdeten Gestalten in die Gegend spritzen können, machen wir eine Zeit aus; und schon düsen sie los. Und es lohnt sich, die Winkel dieser restaurierten Höfe zu bekucken, auch wenn man sich etwas mühsam an den ältlichen Bayerinnen und staunenden Japanern vorbeischieben muss. Andenkenläden mit Ampelmännchen bieten sogar Nudeln in Ampelmännchenform an, das ist doch was!
Ich gönne mir statt eines überteuerten T-Shirts lieber ein überteuertes Eis mit Schokoladensoße, die erst heiß ist und dann neben dem Eis erstarrt, dermaßen köstlich, dass ich meine lieben Italiener leider vernachlässigen muss. Andächtiges Löffeln. Karamel, Vanille, Keksstückchen, diese Soße … was, ihr wollt nicht noch mehr davon hören? Tschuldigung. Nachdem wir nur fünfzehn Minuten auf die zwei Letzten warten mussten, gehts weiter an unglaublich schicken, teuren, schönen Geschäften und Restaurants vorbei zum Alex. Ein italienischer Jüngling meint, das sei ja wohl die absolut schönste Gegend von Berlin, warum man ihm das bisher vorenthalten habe! Nun. Ja. Ich grinse nur. Seit fünf Tagen sind sie nun in Berlin; Recht hat er!
Unter der Kugel des Fernsehturms (dicke Klumpenwolken mit Sonne und blauem Himmel dahinter) trennen sich schließlich unsere Wege. Die meisten nehmen den Bus 100 und ziehen sich noch eine Portion Unter den Linden rein. Ich aber fahre zufrieden heim nach Neukölln zur wohlverdienten Kartoffelsuppe. Ganz unschick, aber lecker.

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