berlin bei neid

23. Februar 2008 um 23:28 Uhr

Ich finde, jeder sollte sich mal die volle Dosis Nachtleben der besonderen Art geben: Samstagabend gegen elf, U-Bahnhof Kottbusser Tor. Man schreit sich an und schwenkt wütend die Bierflaschen, dass es eine Freude ist. Gedrängel und Getummel finsterer Gestalten und eine Atmosphäre wie im Krieg. Wow.
Aber ich bin wohlbehalten wieder heimgekommen!

Bürgerwehr

21. Februar 2008 um 22:05 Uhr

Am Ku’damm laufen schon ulkige Leute rum. Strubbelige Jungtouristen neben albernen Stöckeldamen und hungrigen Gestalten … heute musste ich mich aber doch etwas wundern. Was machen die denn da, dachte ich, als ich fünf Männer an einem Baum sah: Kuschelspiele am hellichten Tag? Stützten da welche den kotzenden Kameraden? Nichts dergleichen. Vier, die ganz doll finster dreinschauten, hielten einen fest, der sich offensichtlich nicht übermäßig wohl in seiner Haut fühlte. Räuber, die vier? Bösewichte? In meinem Gehirn rasselte es mühsam (müde nach der Arbeit will ich doch nicht mit sowas behelligt werden), ich überlegte, ob eine beherzte Befreiungsaktion vonnöten sei. Wohl eher nicht, war mein Ergebnis. Die vier waren die „Guten“, die entschlossen einen Bösewicht festhielten!
Ich werde wohl nie erfahren, was er angestellt hatte. Eine Bombe abgestellt? Einer alten Dame den Hund zu klauen versucht? Jedenfalls starrten alle Leute ringsum eher unbeteiligt in der Gegend umher und auch ich ließ die Kuschelgruppe einfach stehen. Kurz danach kam dann mit Tatütataa ein netter kleiner Polizeiwagen und die Szene wurde beendet.
Aber grotesk hat das schon ausgesehen …

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Guter Eindruck durch ordentliche Rechtschreibung

19. Februar 2008 um 23:11 Uhr

Klar, wissen wir doch, eine Bewerbung zum Beispiel sollte korrekt geschrieben sein, sonst kriege ich den Job nicht. Auch wenn ich dabei nur Regale einräumen sollte – ein Fehler und Pech gehabt! Da heißt es dann weiterhin die eigenen Regale ein- und umräumen.
Genauso ist es mit unerwünschter Post per E-Mail. Natürlich würde ich gerne all die wunderbaren Nachrichten öffnen (ha ha), wenn die nur ordenlich geschrieben wären! Stattdessen wird mir „Energie für ihren Schwanz“ angeboten – Moment mal, wer ist die denn, diese Frau, um deren Schwanz es da geht? Und was habe ich damit zu tun?
Dann wieder schreibt mir ein „Anwalt“ eine „letzt mahnung“, ein ganz Fremder lädt mich zum wiederholten Mal zu einer „Party bei Uschi an freitag“ ein und eine „Schule“ will mir weismachen, dass mich ein „Schultfreund“ sucht. Nö. So geht das nicht. Wenn schon die Betreffzeile nicht stimmt, dann will ich das gar nicht erst lesen, da bin ich eigen.
Sonst wäre ich sicherlich gerne auf die letzte Mahnung eingegangen und hätte mal eben fünftausend Euro überwiesen oder doch noch eine Portion von dem glücksbringenden Zeugs bestellt.

Nieselregen im Februar

18. Februar 2008 um 23:05 Uhr

Ich würde ja gerne was Fetziges erleben und wiedergeben, ich würde gerne in der Sonne sitzen oder durch den Wald gehen. Stattdessen aber ziehe ich den Kopf ein und betrachte den grauen Himmel, die nassen Straßen und die Berliner Gesichter unterwegs. Sorry, nix Neues hier!

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Tills Tag! Oder auch: Heute endet gestern

14. Februar 2008 um 15:00 Uhr

Lieber Till, heute bekommst du endlich die Überraschung, von der ich dir erzählt habe!

Und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!!!

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Mitte der Woche

13. Februar 2008 um 22:49 Uhr

Man kann sich natürlich vom Alltag verschlingen lassen. Morgens: Die glasigen Blicke überall; unerwünschte Musik in den Ohren gegenüber. Lektüre, bei der die Gedanken abschweifen. Die S-Bahn umrundet wieder mal Berlin und die Sonne geht zaghaft auf. Ich hebe den Kopf, als ich eine Stimme höre, die mich schon öfter aus meinen S-Bahn-Träumen gerissen hat: Ich kenne sie jetzt schon seit Monaten. Krankenschwester, 18 oder 19 Jahre alt, dick, grimmig, mächtig. Zumeist ein zartes Krankenschwesterlein neben sich, das an ihren Lippen hängt und sich an ihre Seite schmiegt, nicht immer die Gleiche. Themen: Patienten, die es wagen, sich aufzulehnen. Die die Grimmige auf dreißig geschätzt haben, solche Idioten. Heute serviert man mir eine schöne Chemotherapie, Kotzerei und nochmal Kotzerei, meine Güte, warum muss ich mir das alles anhören, Nierenversagen, Haarausfall, sie hat wirklich eine weit tragende Stimme, die Grimmige, deren Patientin ich wirklich und wahrhaftig niemals werden will, sie ist furchterregend!
In dieser Stimmung zur Arbeit. Auch andere Menschen kenne ich morgens, immer wieder die gleichen Gesichter, und die gleichen Spielregeln: Lasst mich in Ruhe.

Nachmittag. Ein Termin wurde abgesagt und die Stadt liegt mir zu Füßen. Sonne! Man könnte sich einerseits nach Hause stürzen und irgendwelchen Pflichten nachkommen. Sowas solls ja geben.
Man könnte sich aber auch am Ku’damm einen Bus Richtung Neuköllner Heimat nehmen und mal wieder die ganze Stadt von oben genießen! Das mache ich. Ganz vorne sitze ich, und gleich neben mir ein wunderbarer Hund, der den Ausblick genauso genießt. Ich bin begeistert. Die Stadt lebt, an jeder Ecke ein neues kleines Drama, dazu die Menschen im Bus, die Hundeaugen, die Sonne … mit etwas Verspätung komme ich heute nach Hause. Aber es hat sich gelohnt. Wer wollte da woanders wohnen?

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Alk

9. Februar 2008 um 18:06 Uhr

Vielleicht gibt es ja ein geheimnisvolles, ungeschriebenes Gesetz, dass man Freitagabend mit einer Pulle rumlaufen muss? Also gestern Abend war es wieder ganz schlimm.
Die Pärchen mit der geschlossenen Sektflasche, die offensichtlich zu einer Fete gehen, meine ich nicht, das ist schon okay. Auch wenn ich persönlich die Flasche einpacken würde. Aber die Massen an jungen Leuten, die da Bierflaschen haltend in der S-Bahn sitzen, oft schon glasigen Blickes, rülpsend, krakeelend und auf Stress aus, die finde ich nicht so lustig. Gestern schien mir echt die ganze Welt von Lichtenberg bis Neukölln besoffen; au Mann.

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Leben im Osten

7. Februar 2008 um 21:55 Uhr

Heute wage ich mich mal in den fernen Osten! Ein besonderes Geschäft für Künstlerbedarf wurde mir empfohlen, also nichts wie hin. Eberswalder Straße, da kenne ich mich ja noch gar nicht aus! Und der Besuch lohnt sich. Prenzlauer Berg, wie er leibt und lebt. (Hä? Lebt?)
Ein originelles Geschäft neben dem anderen, bezahlbar das meiste, Restaurants mit verlockenden kleinen Gerichten, ich gehe ganz fasziniert an den Schaufenstern vorbei und freue mich auch, mal ein anderes Publikum um mich herum zu haben. Ist doch nicht so schlecht, mal aus Neukölln rauszukommen, wa? Und meine Farbe kriege ich schließlich auch. Ultramarinblau.

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