Luxus im Westen

7. Februar 2008 um 21:40 Uhr

Nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“ nutze ich eine längere Pause und gehe mal in ein Kaufhaus. Im Westen. Ganz oben die Feinschmeckerabteilung hat mich früher schon mal in Begeisterung versetzt, also hoffe ich auf eine kleine Stärkung, ein feines Süppchen oder so … denkste. War das schon immer so? Die Hummermassen und Schokoladenköstlichkeiten, die edlen kleinen Küchlein für drei neunzig und die Kaviarhäppchen für neun achtzig … sie erschlagen mich. Die Leute, die da fein und reich und doch nicht wirklich zufrieden sitzen und Teures in sich reinschlürfen, sie ekeln mich. Ich verlasse abgestoßen und hungrig die Hallen und gönne mir draußen ein ganz normales, leckeres belegtes Brötchen.

Berliner Gelassenheit

2. Februar 2008 um 9:19 Uhr

Das muss man sich mal vorstellen: Ganz Berlin müsste sozusagen im Chaos versinken, kein Bus, keine U-Bahn, keine Straßenbahn fährt mehr! Aber Chaos? Na ja. Sicher, auf der Karl-Marx-Straße hier um die Ecke war Freitagnachmittag ein heftiges Gedrängel und Gehupe, und morgens standen viele Menschen recht verzweifelt vor dem geschlossenen U-Bahn-Eingang. Und doch. Der wilde Aufschrei der gesamten Stadt blieb aus. Im sicheren Schwabenland hätten sich bestimmt viel mehr Menschen ereifert und diskutiert und gelärmt. Hier aber sitze ich in meiner bequemen S-Bahn, die Leute lesen und dösen wie gewohnt, ja der Zug ist sogar leerer als sonst und ich schaffe es gemütlich von Neukölln bis an den Zoo. Ein paar kleine Abweichungen wie ein zaghaft gefragtes „Gehts hier zum Savignyplatz?“ beim ungewohnten Umsteigen am Westkreuz fallen nicht ins Gewicht. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen! Und die Fußgänger, die nun an den großen Straßen entlang durch die Stadt pilgern, machen auch keinen so frustrierten Eindruck. Soll ja auch mal gesund sein, ein Stückchen zu gehen.

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