Alk

25. April 2010 um 22:31 Uhr

Schön, dass man ihn überall trifft. Vor allem Freitagabend unterwegs in Neukölln. Manche haben dezente Tüten dabei, in denen es auffällig klirrt. Erst zieht der Typ eine Flasche mit rotem Inhalt raus, wenig später spült er es mit Bier runter. Nett auch die Reste der Getränke am Straßenrand. Schwankende Gestalten, junge Leute, die das irgendwie lustig finden. Es stinkt in der U-Bahn nach Gesöff. Viele Flaschen werden ganz offen herumgetragen, sie stoßen miteinander an und tauschen den Tropfen aus. Auf der Straße rasselt einer fast in mich rein. Absicht? Suff? Ich habe jedenfalls die Nase voll davon!

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Storniert

16. April 2010 um 19:36 Uhr

Manchmal müssen wir Menschen uns einfach der höheren Gewalt fügen: Heute geht kein Flug mehr nach Süddeutschland! Tja … dann bleibe ich eben hier.
Und bestaune im Internet schöne Bilder von einem Vulkan in Island.

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Abstand halten!

11. April 2010 um 18:25 Uhr

Das weiß man ja: Jeder Mensch braucht einen gewissen Abstand zum Nächsten. Das ist abhängig von der Kultur (in anderen Ländern rücken sie einem mehr auf die Pelle) , aber auch von Ort und Zeit. In einer S-Bahn kann ich zu Stoßzeiten grauenhafte Massen ertragen und die wenigen Millimeter zu meinen unzähligen Nachbarn noch mit meinem unsichtbaren Schutzschild ausfüllen. Ist diese S-Bahn zu anderen Zeiten leer, so verteilen sich die routinierten Passagiere automatisch so, dass überall genug Zwischenraum ist. Gut zu erkennen ist das in diesen Fahrradabteilen, in denen sich lange Reihen gegenübersitzen. Typisch dort: Ein Platz besetzt, ein Platz frei, ein Platz belegt mit einer Tasche … nun aber passierte mir Folgendes: Die S-Bahn war so gut wie leer; ich setze mich in mein Eckchen in diesem großen Fahrradabteil, wirklich großräumig. Niemand sonst da – bis auf die Frau mittleren Alters, die nach mir einsteigt und sich direkt neben mich setzt, mit Tuchfühlung. Wie jetzt, warum nicht auf einen der zwanzig freien Plätze? Warum an mich gekuschelt, hä? Panik ergreift mich. So viel unnatürliches Verhalten ist verdächtig. Vielleicht will sie mich ausrauben? Oder sie ist psychisch krank und sucht ein Opfer? Fremd in der Stadt und will mich gleich ansprechen? Ich male mir Fluchtwege aus. Natürlich muss man sich in Berlin immer so bewegen, dass man gelassen und routiniert wirkt. Nur nicht auffallen! Touristen sind peinlich! Also bleibe ich sitzen und starre aus dem gegenüberliegenden Fenster. Dort sehe ich neben mir meine psychopathische Nachbarin. Sie blickt in eine andere Richtung. Warum? Auch ihre Ausstrahlung kommt mir von Minute zu Minute irrsinniger vor. Endlich kommt meine Station und ich kann (sehr sehr gelassen und ruhig) aussteigen. Draußen wische ich mir dann den Angstschweiß ab und das Zittern kann abklingen. Noch einmal davongekommen! Ich lebe!

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Wunderlauch

8. April 2010 um 19:35 Uhr

Man muss hier nur aus dem Haus gehen, ein bisschen die Straße runter und dann in den Wald: Schon beginnt der Wohlduft. Im Plänterwald bedecken riesige grüne Teppiche bestehend aus „Berliner Bärlauch“, auch Wunderlauch genannt, den Waldboden und machen Lust aufs Pflücken und Mitnehmen. Und er ist essbar! Gestern: Vom Meisterkoch klein geschnippelt, in Butter gedünstet, mit Zwiebel ergänzt, mit Nudeln, Parmesan und frischem Pfeffer genossen. Klasse!

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Der Samstag zwischen Karfreitag und Ostern

4. April 2010 um 12:43 Uhr

Wer sich an diesem Tag auf die sowieso belebte Karl-Marx-Straße in Neukölln wagt, muss wissen, worauf er sich einlässt. Alles zwängt und drängt sich, der letzte Schoko-Hase ist längst weg, die Schlangen an den Kassen sind mörderisch und der Salat beim Türken kostet heute 2,45 €.
Das Gute dran: Jetzt weiß ich wieder die liebliche Ruhe der Baumschulenstraße zu schätzen. Außerdem – so ein bisschen Trubel braucht der Mensch, oder nicht? Das ersetzt uns doch den einstigen Überlebenskampf auf untergehenden Schiffen und brennenden Schlachtfeldern. Auch den fehlenden hunnischen Horden muss keiner mehr nachtrauern.

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Wieder in der U-Bahn: Liebt mich, hasst mich, lasst mich in Ruhe!

2. April 2010 um 13:47 Uhr

Wenn mein Buch ausgelesen ist, muss ich mich unterwegs auch mal notgedrungen mit meinen Mitmenschen beschäftigen. Nicht unbedingt beglückend in dieser Großstadt. Schon allein die Frisuren. Manche wollen es offensichtlich allen recht machen. Die Haare sitzen nett und addrett, ein niedliches Strähnchen links, ein Löckchen rechts. Diese Leute achten darauf, nicht zu viel Platz in Anspruch zu nehmen und rechtzeitig an der Tür zu stehen.  Andere haben völlig irrsinnige Frisuren. Ist das jetzt eine Plastikschicht oder sind das straff gekämmte, geölte Haare? Vielleicht irgendeine Krankheit? Und dann gibt es die Dreisten. Haare strubbelig, müffelig, schrill. Sitzen: Breitbeinig. Rucksack: Bei mir im Gesicht. Kaffee in der Hand: Gefährlich schwappend.
Abgesehen davon liegen viele einfach irgendwo dazwischen .

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