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	<title>thoitsch</title>
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	<description>Streifzüge durch den deutschen Alltag</description>
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		<title>Partizip I oder II?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 14:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Klasse ist nicht so ganz gl&#252;cklich. Warum muss man jetzt auch noch Partizipien erlernen und als kompliziertes Attribut vor ein harmloses Nomen stellen? Nun, das ist manchmal praktisch. Der Hund, der durchs Zimmer rennt und laut bellt, wird pl&#246;tzlich zum durchs Zimmer rennenden und bellenden Hund. Die Schauspielerin, die gestern heimlich von neugierigen Journalisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Klasse ist nicht so ganz gl&#252;cklich. Warum muss man jetzt auch noch Partizipien erlernen und als kompliziertes Attribut vor ein harmloses Nomen stellen? Nun, das ist manchmal praktisch. Der Hund, der durchs Zimmer rennt und laut bellt, wird pl&#246;tzlich zum durchs Zimmer rennenden und bellenden Hund. Die Schauspielerin, die gestern heimlich von neugierigen Journalisten fotografiert wurde, hat sich in die heimlich von neugierigen Journalisten fotografierte Schauspielerin verwandelt. So weit, so gut. Aber warum wird der Satz, den ich einfach nicht bilden kann, ein nicht zu bildender Satz? Und warum sind Hausaufgaben, die wir machen m&#252;ssen, pl&#246;tzlich zu machende Hausaufgaben? Ganz einfach. Weil die zu unterrichtenden Sch&#252;ler immer neue zu erledigende Aufgaben bekommen m&#252;ssen, um schlie&#223;lich das von ihnen selbst gesteckte Ziel zu erreichen.</p>
<p>Und, wie viele Partizipialattribute gibt es in diesem Text?</p>
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		<title>Hitzefrei</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 13:56:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst die Meerschweinchen liegen mit glasigem Blick schlapp im Heu. Schwimmen gehen? Zu anstrengend. Arbeiten? Muss ich nicht. Es ist Sonntag. Alles kann verschoben werden. Ich zelebriere mein ganz pers&#246;nliches Hitzefrei und denke: Wenn das jetzt Tunesien w&#228;re, w&#252;rde man denken: Wow, was f&#252;r eine Hitze. 36? 37? Und zu Hause m&#252;ssen sie mit Schirm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst die Meerschweinchen liegen mit glasigem Blick schlapp im Heu. Schwimmen gehen? Zu anstrengend. Arbeiten? Muss ich nicht. Es ist Sonntag. Alles kann verschoben werden. Ich zelebriere mein ganz pers&#246;nliches Hitzefrei und denke: Wenn das jetzt Tunesien w&#228;re, w&#252;rde man denken: Wow, was f&#252;r eine Hitze. 36? 37? Und zu Hause m&#252;ssen sie mit Schirm und Jacke aus dem Haus! Das w&#252;rde ich in Tunesien denken. Ist aber nicht so. Wir sind zu Hause. Und kein Mensch denkt an Schirm oder Jacke. Stattdessen ist die Badewanne gef&#252;llt mit kaltem Wasser f&#252;r die zwischenzeitliche Abk&#252;hlung.<br />
So.<br />
Jetzt kann ich nicht mehr.</p>
<p>Ich werde mich mit glasigem Blick neben die Meerschweinchen legen.</p>
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		<title>Reizende Menschen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 20:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja, manche k&#246;nnen einen schon reizen. Da ist dieser junge Mann, der in der S-Bahn drei Sitzpl&#228;tze mit seinem Fahrrad belegt und sich v&#246;llig verst&#228;ndnislos weigert, mir einen davon zu &#252;berlassen, obwohl ich ihm sage, dass mir ziemlich &#252;bel ist. &#220;bel ist auch die Hitze drau&#223;en, die wohl bei allen eine &#252;ble Laune verbreitet. Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, manche k&#246;nnen einen schon reizen. Da ist dieser junge Mann, der in der S-Bahn drei Sitzpl&#228;tze mit seinem Fahrrad belegt und sich v&#246;llig verst&#228;ndnislos weigert, mir einen davon zu &#252;berlassen, obwohl ich ihm sage, dass mir ziemlich &#252;bel ist. &#220;bel ist auch die Hitze drau&#223;en, die wohl bei allen eine &#252;ble Laune verbreitet. Auch &#252;bel die drei jungen Frauen, die mit ihren Fahrr&#228;dern so in der S-Bahn stehen, dass man nach dem Einsteigen weder in einen Seitengang ausweichen, noch zur gegen&#252;berliegenden T&#252;r gelangen kann. Sie glotzen mich m&#252;rrisch an, als ich zwei Stationen sp&#228;ter dort raus will. Offensichtlich ist bei einigen 18- bis 25-J&#228;hrigen etwas schiefgelaufen. Sie w&#252;rden einen eher erschlagen als zur Seite r&#252;cken. Mein besonderer Liebling heute ist allerdings der alte Mann, der mit einem stinkenden Zigarillo im Mund &#252;ber den S-Bahnhof torkelt und dann auf den eingefahrenen Zug zust&#252;rzt und alle Wartenden, einsteigende wie aussteigende, zur Seite dr&#228;ngt, sodass eine Zeitlang nichts mehr geht.<br />
Es ist hei&#223; in Berlin.</p>
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		<title>Zyprer oder Zyprioten?</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 15:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute habe ich gelernt, dass die Bezeichnung &#8220;Zyprioten&#8221; f&#252;r die Bewohner Zyperns veraltet und man immer mehr von Zyprern spricht. Auch recht! Mir gef&#228;llt, was der Zwiebelfisch dazu sagt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute habe ich gelernt, dass die Bezeichnung &#8220;Zyprioten&#8221; f&#252;r die Bewohner Zyperns veraltet und man immer mehr von Zyprern spricht. Auch recht! Mir gef&#228;llt, was der <a href="http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,307440,00.html">Zwiebelfisch</a> dazu sagt.</p>
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		<title>Nepaler &#8211; Nepalese &#8211; Nepali?</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 13:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir tun uns ja schon manchmal schwer bei der Bezeichnung fremder V&#246;lker. Wie hei&#223;en jetzt nun die Leute in Bangladesch? Bangladescher. Und die aus Nepal? Nepalesen. Der Nepalese und die Nepalesin. Gesprochen wird Nepali, aber wir k&#246;nnen auch Nepalesisch oder Nepalisch sagen, damit wir eine vertraute Endung sehen. Nur verwechseln sollten wir das alles nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir tun uns ja schon manchmal schwer bei der Bezeichnung fremder V&#246;lker. Wie hei&#223;en jetzt nun die Leute in Bangladesch? Bangladescher. Und die aus Nepal? Nepalesen. Der Nepalese und die Nepalesin. Gesprochen wird <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nepali">Nepali</a>, aber wir k&#246;nnen auch Nepalesisch oder Nepalisch sagen, damit wir eine vertraute Endung sehen. Nur verwechseln sollten wir das alles nicht und wom&#246;glich die Menschen in Nepal als Nepali bezeichnen! Denn sie sind nun mal <a href="http://www.google.de/images?hl=de&amp;q=nepalesen&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;source=univ&amp;ei=ReEUTI_JOcKgOMTHuZsM&amp;sa=X&amp;oi=image_result_group&amp;ct=title&amp;resnum=12&amp;ved=0CFIQsAQwCw">Nepalesen.</a></p>
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		<title>Hundchen</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 21:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sicher, ich mag keine Hundehaufen im Hof. Und auf dem B&#252;rgersteig. Und keine regennassen M&#252;ffelhunde in der U-Bahn. Ich will auch nicht angeknurrt werden oder angebettelt, mit hundlichem Fiepen. Aber was w&#228;ren wir denn ohne sie? Nehmen wir doch nur mal den heutigen Tatort. Durch das pl&#246;tzlich frauchenlos gewordene Terriertier (keine Ahnung, welche Rasse) kam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher, ich mag keine Hundehaufen im Hof. Und auf dem B&#252;rgersteig. Und keine regennassen M&#252;ffelhunde in der U-Bahn. Ich will auch nicht angeknurrt werden oder angebettelt, mit hundlichem Fiepen. Aber was w&#228;ren wir denn ohne sie? Nehmen wir doch nur mal den heutigen Tatort. Durch das pl&#246;tzlich frauchenlos gewordene <a href="http://www.google.de/images?hl=de&amp;q=jack+russell+terrier&amp;revid=1342515831&amp;resnum=0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;source=univ&amp;ei=PtMCTKjKOYeROJv58dYE&amp;sa=X&amp;oi=image_result_group&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CDAQsAQwAA">Terriertier</a> (keine Ahnung, welche Rasse) kam zu der Spannung noch die richtige Portion Gef&#252;hl. Lasst mehr Hunde ins Fernsehen!</p>
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		<title>Qualm</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 17:06:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch nett sind die Raucher auf dem S-Bahnsteig. Grunds&#228;tzlich gilt ja dort kein Rauchverbot, jedenfalls in deren Augen. Sollte eine empfindliche Person jemals eine Kritik wagen, wird sie zusammengestaucht und vom emp&#246;rten Raucher (sehr oft weiblich, jung und aggressiv) gefragt, wo das denn stehe, wer denn das sage und so weiter. Eine durchgestrichene Zigarette symbolisiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch nett sind die Raucher auf dem S-Bahnsteig. Grunds&#228;tzlich gilt ja dort kein Rauchverbot, jedenfalls in deren Augen. Sollte eine empfindliche Person jemals eine Kritik wagen, wird sie zusammengestaucht und vom emp&#246;rten Raucher (sehr oft weiblich, jung und aggressiv) gefragt, wo das denn stehe, wer denn das sage und so weiter. Eine durchgestrichene Zigarette symbolisiert nur den eher nicht erw&#252;nschten Status des Rauchens, nicht aber sein Verbot. Wundervoll ist es auch, im Zug zu sitzen und vom Bahnsteig den Rauchmief abzukriegen. Ganz besonders sch&#246;n ist es aber, wenn der gierige Raucher sich noch direkt vor der Bahn den letzten Zug reinzieht, die brennende Zigarette irgendwohin schleudert und sich dann im Wagen neben mich setzt: Stinkend wie ein alter Kneipenaschenbecher.<br />
Was tut die S-Bahn dagegen? In meinen Augen nichts. Die haben offensichtlich Angst, dass die Leute doch noch auf die Barrikaden gehen, bei all den Versp&#228;tungen und Ausf&#228;llen. Danke. So muss ich denn erleben, dass mir eine zickige Raucherin ihren <a href="http://en.wiktionary.org/wiki/qualm">Qualm</a> ins Gesicht bl&#228;st und sich noch &#252;ber mein Husten lustig macht. Die S-Bahn-Angestellten gehen vorbei und sagen nichts.</p>
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		<title>Alk</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 20:31:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sch&#246;n, dass man ihn &#252;berall trifft. Vor allem Freitagabend unterwegs in Neuk&#246;lln. Manche haben dezente T&#252;ten dabei, in denen es auff&#228;llig klirrt. Erst zieht der Typ eine Flasche mit rotem Inhalt raus, wenig sp&#228;ter sp&#252;lt er es mit Bier runter. Nett auch die Reste der Getr&#228;nke am Stra&#223;enrand. Schwankende Gestalten, junge Leute, die das irgendwie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sch&#246;n, dass man ihn &#252;berall trifft. Vor allem Freitagabend unterwegs in Neuk&#246;lln. Manche haben dezente T&#252;ten dabei, in denen es auff&#228;llig klirrt. Erst zieht der Typ eine Flasche mit rotem Inhalt raus, wenig sp&#228;ter sp&#252;lt er es mit Bier runter. Nett auch die Reste der Getr&#228;nke am Stra&#223;enrand. Schwankende Gestalten, junge Leute, die das irgendwie lustig finden. Es stinkt in der U-Bahn nach Ges&#246;ff. Viele Flaschen werden ganz offen herumgetragen, sie sto&#223;en miteinander an und tauschen den Tropfen aus. Auf der Stra&#223;e rasselt einer fast in mich rein. Absicht? Suff? Ich habe jedenfalls die Nase voll davon!</p>
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		<title>Storniert</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 17:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal m&#252;ssen wir Menschen uns einfach der h&#246;heren Gewalt f&#252;gen: Heute geht kein Flug mehr nach S&#252;ddeutschland! Tja &#8230; dann bleibe ich eben hier. Und bestaune im Internet sch&#246;ne Bilder von einem Vulkan in Island.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal m&#252;ssen wir Menschen uns einfach der h&#246;heren Gewalt f&#252;gen: Heute geht kein Flug mehr nach S&#252;ddeutschland! Tja &#8230; dann bleibe ich eben hier.<br />
Und bestaune im Internet <a href="http://www.google.de/images?um=1&amp;hl=de&amp;tbs=&amp;q=vulkanausbruch+island&amp;revid=962454244&amp;ei=np_IS92oBdCO_Abc7bWDDg&amp;sa=X&amp;oi=revisions_inline&amp;resnum=0&amp;ct=broad-revision&amp;cd=1&amp;start=0">sch&#246;ne Bilder</a> von einem Vulkan in Island.</p>
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		<title>Abstand halten!</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 16:25:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das wei&#223; man ja: Jeder Mensch braucht einen gewissen Abstand zum N&#228;chsten. Das ist abh&#228;ngig von der Kultur (in anderen L&#228;ndern r&#252;cken sie einem mehr auf die Pelle) , aber auch von Ort und Zeit. In einer S-Bahn kann ich zu Sto&#223;zeiten grauenhafte Massen ertragen und die wenigen Millimeter zu meinen unz&#228;hligen Nachbarn noch mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das wei&#223; man ja: Jeder Mensch braucht einen gewissen Abstand zum N&#228;chsten. Das ist abh&#228;ngig von der Kultur (in anderen L&#228;ndern r&#252;cken sie einem mehr auf die Pelle) , aber auch von Ort und Zeit. In einer S-Bahn kann ich zu Sto&#223;zeiten grauenhafte Massen ertragen und die wenigen Millimeter zu meinen unz&#228;hligen Nachbarn noch mit meinem unsichtbaren Schutzschild ausf&#252;llen. Ist diese S-Bahn zu anderen Zeiten leer, so verteilen sich die routinierten Passagiere automatisch so, dass &#252;berall genug Zwischenraum ist. Gut zu erkennen ist das in diesen Fahrradabteilen, in denen sich lange Reihen gegen&#252;bersitzen. Typisch dort: Ein Platz besetzt, ein Platz frei, ein Platz belegt mit einer Tasche &#8230; nun aber passierte mir Folgendes: Die S-Bahn war so gut wie leer; ich setze mich in mein Eckchen in diesem gro&#223;en Fahrradabteil, wirklich gro&#223;r&#228;umig. Niemand sonst da &#8211; bis auf die Frau mittleren Alters, die nach mir einsteigt und sich direkt neben mich setzt, mit Tuchf&#252;hlung. Wie jetzt, warum nicht auf einen der zwanzig freien Pl&#228;tze? Warum an mich gekuschelt, h&#228;? Panik ergreift mich. So viel unnat&#252;rliches Verhalten ist verd&#228;chtig. Vielleicht will sie mich ausrauben? Oder sie ist psychisch krank und sucht ein Opfer? Fremd in der Stadt und will mich gleich ansprechen? Ich male mir Fluchtwege aus. Nat&#252;rlich muss man sich in Berlin immer so bewegen, dass man gelassen und routiniert wirkt. Nur nicht auffallen! Touristen sind peinlich! Also bleibe ich sitzen und starre aus dem gegen&#252;berliegenden Fenster. Dort sehe ich neben mir meine psychopathische Nachbarin. Sie blickt in eine andere Richtung. Warum? Auch ihre Ausstrahlung kommt mir von Minute zu Minute irrsinniger vor. Endlich kommt meine Station und ich kann (sehr sehr gelassen und ruhig) aussteigen. Drau&#223;en wische ich mir dann den Angstschwei&#223; ab und das Zittern kann abklingen. Noch einmal davongekommen! Ich lebe!</p>
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