Rücksicht? Nää, uncool.

26. Mai 2015 um 19:47 Uhr

Also wirklich. Man muss doch wohl nicht ständig an andere Leute denken, das machen die doch schon selber! Stattdessen kümmern wir uns lieber um uns selbst. Genau. Im Wald zum Beispiel. Wie schön ist es, mit einem Becher Kaffee durch die Natur zu stapfen! Na und wenn der leer ist, werfen wir ihn eben weg! Ist doch nur Pappe, die löst sich auf.Und der Anblick erinnert all die Wald besucher an einen guten Schluck Kaffee.

Oder in der U-Bahn. Als Frau sollte man unbedingt die Beine übereinanderschlagen, das sieht so schön intellektuell aus. Egal, ob jemand in Platznot gerät, weil ein spitzer Fuß ihn attackiert. Als Mann muss man sich natürlich möglichst breitbeinig hinsetzen, das wirkt einfach männlicher. Sollen sich die anderen doch einfach schmaler machen!

Auf der Straße bin ich als Fahrradfahrer automatisch der Beste. Umweltfreundlich. Leise. Ich sause einfach blitzschnell an den Fußgängern vorbei, am besten links entgegen der Fahrtrichtung, schließlich ist vor allem die Überraschung das Lustige daran! Auch wichtig und schön: Im Dunkeln ohne Licht fahren. Das ist cooler und spannender.

Im Supermarkt, wir hatten das Thema schon, ist es originell, den Einkaufswagen mitten im Gang zu parken. So findet man Kontakt zu den Mitmenschen. Entschleunigung können wir das auch nennen. Und wir können uns auf diese Weise den Weg zur Kasse freihalten.

Noch was? Ja. Viel. Aber ich nehme mal Rücksicht auf die Nerven der Leser hier. Man soll es ja nicht übertreiben.

 

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DHL – die tun nix!

28. Januar 2015 um 12:02 Uhr

Das ist ja nett, wenn es den Hund betrifft. Der tut nix! Auch wenn er sich dann am Bein festbeißt, wird wohl seine Gründe haben.

Wenn aber eine Firma, die Geld dafür bekommt, Päckchen zuzustellen, nichts tut, sondern das Päckchen ohne einen Zustellungsversuch zur nächsten Post, sprich: Abhol-Station bringt, dann könnte ich kotzen.

Alle sind zu Hause. Es ist Samstag. Im Internet kann ich lesen, dass mein Päckchen jetzt zugestellt wird. Toll! Ich freue mich, perfektes Timing! Denke ich. Aber nichts passiert. Es gibt auch keinen gelben Zettel im Briefkasten, obwohl ich den, so steht etwas später im Internet, nach erfolglosem Zustellversuch vorfinden müsste. Nichts. Tage später kommt der Zettel per Post zu mir. Und ich muss mich auf den Weg machen, auch wenn für die Zustellung bezahlt wurde, muss mich in die Schlange stellen, Päckchen oder Paket nach Hause schleppen … die nette Dame auf der Post meint, das höre sie jeden Tag. Sie könne auch nichts machen. Klasse. Da hat der Fahrer eben keine Lust und schafft die ganze Ladung zur Post. Dort liegen schon Berge von einsamen Päckchen und warten darauf, abgeholt zu werden.

Na dann wählen wir doch in Zukunft einen zuverlässigeren Zusteller! Hat jemand einen guten Tipp?

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Bierflaschen

1. Oktober 2014 um 21:20 Uhr

Also, falls ihr das noch nicht gemerkt habt: Es sind gute Menschen, die ihre leeren Bierflaschen an den Wegesrand stellen. Vor die Häuser. Neben die Mülleimer. Im Wald sichtbar, nicht mehr versteckt im Gebüsch – damit nämlich arme, bedürftige, bierflaschensammelnde Menschen sie einsammeln und dafür viel viel Geld bekommen können! Und dann können die ihren Kindern Brot und Anziehsachen und anständige Smartphones kaufen. Von den liebevoll platzierten Bierflaschen, jawoll!

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Schon wieder sowas mit nem Ball

30. Juni 2014 um 18:08 Uhr

Das scheint ja öfter stattzufinden. Heute rufen wieder welche ganz laut „Schlaaand!“. Was ich aber traurig finde: Wenn algerische Spieler fasten müssen und womöglich hungrig und durstig auf dem Spielfeld zusammenbrechen.

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Putenversteher

29. März 2014 um 18:35 Uhr

Ein Putenversteher ist ein Mensch, der Puten versteht. Er sieht sich seltsame Filme über Truthähne an, die sich vom Horror des Thanksgiving-Rituals befreien wollen und doch auch gehorsame Massentiere sind. Der Putenversteher schaut gerührt über den Zaun einer Truthahnfarm und freut sich über die lustigen Geräusche, die so ein Vogel machen kann. Ein Putenversteher träumt voller Ehrfurcht vom göttlichen Super-Puter, der uns den Weg weisen wird – wenn er den Putenfilm nicht richtig verstanden hat. Und ein Putenversteher ist natürlich ein Mensch, von dem wir uns unbedingt distanzieren müssen, denn alle „Versteher“ sind verdächtig, das Wort allein sagt es schon! Ein Versteher tut so, als hätte er etwas verstanden, aber in Wahrheit haben ja die anderen alles verstanden, und deshalb sprechen sie so verächtlich über die ach so verständnisvollen Versteher … verstehe ich jetzt auch nicht so richtig, aber egal.

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Die Sache mit dem Ball

25. Mai 2013 um 13:24 Uhr

Als ich zwölf war, erlebte ich zum ersten Mal, wie die Welt mir gehören konnte. Ich ging durch die Straßen und war allein. Alle waren in ihren Häusern. Vereinzelt waren Schreie zu hören. Es war gespenstisch und auch schön. Das war der 7. Juli 1974 und Deutschland wurde Weltmeister. Seitdem halte ich es immer so: Wenn die spielen, habe ich frei. Nur schade, dass die Sache von Jahr zu Jahr lauter wird. Ich muss meinen armen Hund beruhigen und die Böller und Raketen ignorieren. Irrsinnige Autofahrer, die nachts hupend durch die Stadt fahren, betrunkene Fans, die grölend Fenster einwerfen und seltsame Gesänge anstimmen, Bierflaschen, die an Hauswände geworfen werden, Gewalt, Geschrei und ein neues Nationalgefühl, das mir völlig fremd ist … all das trägt nicht dazu bei, mir dieses Spiel schmackhaft zu machen. Einmal habe ich es ja versucht! Da sind wir zu einem „Public Viewing“ mit Riesenleinwand und langen Bänken gegangen, Sohn und Mutter, beide duckten wir uns entsetzt, als es losging und dann auch noch Tore fielen und alle aufsprangen und schrien … nie wieder. In der Halbzeit haben wir die Flucht ergriffen. Heute Abend werde ich mich in meiner sicheren Höhle verkriechen, bis der Spuk wieder vorbei ist. Nur schade, dass ich nicht für irgendwelche Engländer oder Italiener hoffen kann …

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Männertag? Herrentag? Nein danke!

10. Mai 2013 um 10:05 Uhr

Einmal im Jahr müssen sie es wohl rauslassen. Die geballte Männlichkeit. Dann ziehen sie ihre Wägelchen mit Bierkästen durch die Natur, frauenlos natürlich, sitzen im Grünen, grillen an allen verbotenen Plätzen (erlaubt ist was für Weicheier) und lassen sich volllaufen. Toll. Bis spät in der Nacht ertönen dann eigenartige Männergesänge auf der Straße und ich frage mich, wo sich diese Sehnsüchte das ganze Jahr über verstecken. Verstehen werde ich das sicher nie.

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Als Zeugin geladen

28. Januar 2013 um 16:26 Uhr

Das ist doch mal was! Da ist man zufällig in der Nähe, wenn ein paar sich kloppen, na ja, Schüler von uns, und dann kommt doch glatt ein halbes Jahr später eine Vorladung vor Gericht. Zeugin! Wie aufregend! Obwohl – was soll ich denn da sagen? Kann man nicht schnell anrufen und absagen, ich bin doch gar nicht wichtig, muss ja auch arbeiten … geht nicht. Jede Aussage kann wichtig sein. Okay. Eine Ersatzlehrerin wird gefunden. Und meine Gedanken beginnen zu kreisen … Was zieh ich denn da an? Für eine Frau natürlich die wichtigste Frage. Antwort: Normal. Und: Wie ist das, wenn mich alle anstarren? Wenn von meiner Aussage etwas abhängt? Menschenleben? Schicksale? Oder wenn ich mich grenzenlos blamiere? Mein Name? Meine Adresse??? Öh, ich kann mich nicht erinnern … Und dann all die tückischen Fragen, die mir gestellt werden können! Fangfragen! Ach so, ich bin ja nicht angeklagt … aber trotzdem!

„In welchem Verhältnis stehen Sie zu den Angeklagten?“
Öh ja wie jetzt Verhältnis? Ich bin halt die Lehrerin …

„Was genau konnten Sie beobachten?“
Na jetzt nix eigentlich, ich wollt ja auch absagen, aber das ging nicht …

„Wie sehen Sie die Hintergründe für die Tat?“
„Warum haben Sie genau diese Hose heute angezogen? Was bezwecken Sie damit?“
„Was haben Sie heute morgen im Wald gemacht, warum war Ihr Hund nicht angeleint?!“
„Warum werden Sie denn so blass, warum übergeben Sie sich hier vor Gericht??“

Fragen über Fragen, die ich nie beantworten muss. Als ich endlich in den Gerichtssaal gerufen wurde, meinte der Richter nur ganz gemütlich, also für ihn sei die Lage klar, und er hätte keine Fragen an Frau Schröder, Sie etwa, Frau Staatsanwältin, Herr Anwalt? Nö.

Gemeinheit!

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