Dienstag, 17. August 2010 16:01
Meine Klasse ist nicht so ganz glücklich. Warum muss man jetzt auch noch Partizipien erlernen und als kompliziertes Attribut vor ein harmloses Nomen stellen? Nun, das ist manchmal praktisch. Der Hund, der durchs Zimmer rennt und laut bellt, wird plötzlich zum durchs Zimmer rennenden und bellenden Hund. Die Schauspielerin, die gestern heimlich von neugierigen Journalisten fotografiert wurde, hat sich in die heimlich von neugierigen Journalisten fotografierte Schauspielerin verwandelt. So weit, so gut. Aber warum wird der Satz, den ich einfach nicht bilden kann, ein nicht zu bildender Satz? Und warum sind Hausaufgaben, die wir machen müssen, plötzlich zu machende Hausaufgaben? Ganz einfach. Weil die zu unterrichtenden Schüler immer neue zu erledigende Aufgaben bekommen müssen, um schließlich das von ihnen selbst gesteckte Ziel zu erreichen.
Und, wie viele Partizipialattribute gibt es in diesem Text?
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Sonntag, 11. Juli 2010 15:56
Selbst die Meerschweinchen liegen mit glasigem Blick schlapp im Heu. Schwimmen gehen? Zu anstrengend. Arbeiten? Muss ich nicht. Es ist Sonntag. Alles kann verschoben werden. Ich zelebriere mein ganz persönliches Hitzefrei und denke: Wenn das jetzt Tunesien wäre, würde man denken: Wow, was für eine Hitze. 36? 37? Und zu Hause müssen sie mit Schirm und Jacke aus dem Haus! Das würde ich in Tunesien denken. Ist aber nicht so. Wir sind zu Hause. Und kein Mensch denkt an Schirm oder Jacke. Stattdessen ist die Badewanne gefüllt mit kaltem Wasser für die zwischenzeitliche Abkühlung.
So.
Jetzt kann ich nicht mehr.
Ich werde mich mit glasigem Blick neben die Meerschweinchen legen.
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Freitag, 02. Juli 2010 22:22
Ja, manche können einen schon reizen. Da ist dieser junge Mann, der in der S-Bahn drei Sitzplätze mit seinem Fahrrad belegt und sich völlig verständnislos weigert, mir einen davon zu überlassen, obwohl ich ihm sage, dass mir ziemlich übel ist. Übel ist auch die Hitze draußen, die wohl bei allen eine üble Laune verbreitet. Auch übel die drei jungen Frauen, die mit ihren Fahrrädern so in der S-Bahn stehen, dass man nach dem Einsteigen weder in einen Seitengang ausweichen, noch zur gegenüberliegenden Tür gelangen kann. Sie glotzen mich mürrisch an, als ich zwei Stationen später dort raus will. Offensichtlich ist bei einigen 18- bis 25-Jährigen etwas schiefgelaufen. Sie würden einen eher erschlagen als zur Seite rücken. Mein besonderer Liebling heute ist allerdings der alte Mann, der mit einem stinkenden Zigarillo im Mund über den S-Bahnhof torkelt und dann auf den eingefahrenen Zug zustürzt und alle Wartenden, einsteigende wie aussteigende, zur Seite drängt, sodass eine Zeitlang nichts mehr geht.
Es ist heiß in Berlin.
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Mittwoch, 23. Juni 2010 17:24
Heute habe ich gelernt, dass die Bezeichnung “Zyprioten” für die Bewohner Zyperns veraltet und man immer mehr von Zyprern spricht. Auch recht! Mir gefällt, was der Zwiebelfisch dazu sagt.
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Sonntag, 13. Juni 2010 15:44
Wir tun uns ja schon manchmal schwer bei der Bezeichnung fremder Völker. Wie heißen jetzt nun die Leute in Bangladesch? Bangladescher. Und die aus Nepal? Nepalesen. Der Nepalese und die Nepalesin. Gesprochen wird Nepali, aber wir können auch Nepalesisch oder Nepalisch sagen, damit wir eine vertraute Endung sehen. Nur verwechseln sollten wir das alles nicht und womöglich die Menschen in Nepal als Nepali bezeichnen! Denn sie sind nun mal Nepalesen.
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Sonntag, 30. Mai 2010 23:14
Sicher, ich mag keine Hundehaufen im Hof. Und auf dem Bürgersteig. Und keine regennassen Müffelhunde in der U-Bahn. Ich will auch nicht angeknurrt werden oder angebettelt, mit hundlichem Fiepen. Aber was wären wir denn ohne sie? Nehmen wir doch nur mal den heutigen Tatort. Durch das plötzlich frauchenlos gewordene Terriertier (keine Ahnung, welche Rasse) kam zu der Spannung noch die richtige Portion Gefühl. Lasst mehr Hunde ins Fernsehen!
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Donnerstag, 20. Mai 2010 19:06
Auch nett sind die Raucher auf dem S-Bahnsteig. Grundsätzlich gilt ja dort kein Rauchverbot, jedenfalls in deren Augen. Sollte eine empfindliche Person jemals eine Kritik wagen, wird sie zusammengestaucht und vom empörten Raucher (sehr oft weiblich, jung und aggressiv) gefragt, wo das denn stehe, wer denn das sage und so weiter. Eine durchgestrichene Zigarette symbolisiert nur den eher nicht erwünschten Status des Rauchens, nicht aber sein Verbot. Wundervoll ist es auch, im Zug zu sitzen und vom Bahnsteig den Rauchmief abzukriegen. Ganz besonders schön ist es aber, wenn der gierige Raucher sich noch direkt vor der Bahn den letzten Zug reinzieht, die brennende Zigarette irgendwohin schleudert und sich dann im Wagen neben mich setzt: Stinkend wie ein alter Kneipenaschenbecher.
Was tut die S-Bahn dagegen? In meinen Augen nichts. Die haben offensichtlich Angst, dass die Leute doch noch auf die Barrikaden gehen, bei all den Verspätungen und Ausfällen. Danke. So muss ich denn erleben, dass mir eine zickige Raucherin ihren Qualm ins Gesicht bläst und sich noch über mein Husten lustig macht. Die S-Bahn-Angestellten gehen vorbei und sagen nichts.
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Sonntag, 25. April 2010 22:31
Schön, dass man ihn überall trifft. Vor allem Freitagabend unterwegs in Neukölln. Manche haben dezente Tüten dabei, in denen es auffällig klirrt. Erst zieht der Typ eine Flasche mit rotem Inhalt raus, wenig später spült er es mit Bier runter. Nett auch die Reste der Getränke am Straßenrand. Schwankende Gestalten, junge Leute, die das irgendwie lustig finden. Es stinkt in der U-Bahn nach Gesöff. Viele Flaschen werden ganz offen herumgetragen, sie stoßen miteinander an und tauschen den Tropfen aus. Auf der Straße rasselt einer fast in mich rein. Absicht? Suff? Ich habe jedenfalls die Nase voll davon!
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Freitag, 16. April 2010 19:36
Manchmal müssen wir Menschen uns einfach der höheren Gewalt fügen: Heute geht kein Flug mehr nach Süddeutschland! Tja … dann bleibe ich eben hier.
Und bestaune im Internet schöne Bilder von einem Vulkan in Island.
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