Gedanken zur Matthäus-Passion

21. März 2010 um 14:51 Uhr

Es ist schon schöne Musik, keine Frage. Gestern im Konzerthaus konnte sie mich wirklich berauschen. Wunderbare Solisten, tolles Orchester, ein eifriger Chor (mit mir;) und ein andächtiges Publikum … aber mal ehrlich: Muss das wirklich so lang sein? Könnte man nicht, ohne Bach zu nahe zu treten, diese ewig langen Passagen, bei denen man sowieso kein Wort versteht, rausschmeißen und nur die fetzigen Teile drinlassen, gestutzt auf sagen wir mal erträgliche 80 Minuten? Das würde dann in etwa so aussehen:

Chor: Kommt helft mir klagen!

Evangelist (=Erzähler): Bald ist Ostern und Jesus wird gekreuzigt!

Chor: Herzliebster, was hast du verbrochen?

Stücke aus den Rezitativen: Buß und Reu, knirscht das Sündenherz entwei …

Jesus (mit Heiligenschein in Form von Geigen): Einer unter euch wird mich verraten!

Chor: Herr! Bin ichs? Bin ichs???

Erzähler: Und die Hohenpriester und Ältesten legten die Hände an Jesum und ergriffen ihn.

Chor: Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden!

Pilatus: Was soll ich denn machen mit Jesu?

Volk: Lass ihn kreuzigen!

Seelenschmerz – Jammer – Martersäule – Tränen – Wunden bluten …

Erzähler: Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten …

… dreißig Silberlinge … und erhängete sich selbst …

Volk: Lass ihn kreuzigen!!!

O Geißelung, o Schläg, o Wunden!

Jesus: Eli, Eli, lama asabthani?
Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Erzähler: … und verschied.

Chor: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn!

Chor: Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu:
Ruhe sanfte, sanfte ruh!

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Arme Lerner

17. März 2010 um 17:57 Uhr

Immer wenn ich eine neue Klasse habe, wird mir wieder klar, wie schwer die deutsche Sprache ist. Gerade für Anfänger! Schon allein so kleine Wörtchen wie „sie“ und „ihr“ können einen doch in den Wahnsinn treiben, oder? Hier ein Beispiel, das alles klären soll …

Ihr Vater wollte ihr helfen, ihre Stereoanlage zu reparieren, deshalb brachte sie sie ihm und er sah sie sich genauer an. Aber was war das? Sie war ja völlig verstaubt! Das war ihr natürlich peinlich und sie errötete zart. „Ihr habt heutzutage keinen Respekt mehr vor euren teuren Geräten“, brummelte ihr Vater und schob sie mürrisch zur Seite. Dann stellte er die Anlage auf seine Werkbank, nachdem er sie freigeräumt hatte, und schraubte so lange an ihr herum, bis sie wieder Musik von sich gab, die alles übertönte. Sie freute sich riesig und nahm sie wieder mit in ihr Zimmer. Der Vater aber sah ihr hinterher und seufzte nur. Es sei noch hinzugefügt, dass sie sich oft über ihr Zeugs stritten.

Und Sie, glauben Sie, Sie können Ihr Deutsch mit so einem Unsinn verbessern?

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Du, dein und dir. Ganz klein.

11. März 2010 um 18:42 Uhr

Es ist schon ulkig, dass die Werbung sich jetzt an einem großen „Dich“ und „Du“ auf Plakaten, in Anzeigen festklammert, als ob die Firmen Kunden verlieren würden, wenn sie einen Leser ganz normal mit einem kleinen „du“ ansprechen würden. Wie es ja richtig wäre. Vielleicht haben die Texter einfach panische Angst, es sich mit jemandem zu verderben? Tja, mit mir haben sie es schon … Schreibt „du“ klein! Bitte!
Dann kaufe ich euch auch gerne euren Quatsch ab.

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Winterwochenende

7. März 2010 um 22:49 Uhr

Man kann natürlich, statt in Berlin zu frieren und den grauen Winterhimmel anzustarren, auch mit dem Chor raus an den Webellinsee fahren, um zwischen intensiven Proben zur Matthäus-Passion einen zugefrorenen See mit Eissurfern, einen knisternden Wald und den Charme einer ehemaligen sozialistischen Jugendeinrichtung zu genießen. Kann man.

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