Archiv für die Kategorie 'Alltag'

Einfach laufen lassen

Dienstag, 23. Januar 2007

Den Spruch habe ich mal bei einem Ferienjob in der Fabrik gehört: Laufen lassen, los! Der Vorarbeiter wollte mich wohl vom Nachdenken abbringen, ist ja an einer Maschine, die ständig irgendwas ausspuckt, wohl auch ganz sinnvoll. Manche scheinen sich das als Lebensmotto gewählt zu haben. Nur nicht zögern, nur nicht nachdenken! Hm.

Morgens vor einer Neuköllner Grundschule erinnere ich mich wieder an den Spruch. Ja, wir wollen den Motor laufen lassen! Papa bringt seine Kleinen noch bis zum Klassenzimmer und bespricht die Weltlage mit anderen Eltern, während der Wagen (heute ein Taxi) in der zweiten Reihe wartet, den Verkehr blockiert und vor sich hin qualmt. Rauchverbot? Nicht für Autos! Böse Abgase? Ach was, sind doch Großstadtkinder, die sind das gewöhnt.
Auch wenn die lieben Kleinen wieder abholen werden, sitzt so manche Mutter im Wagen mit laufendem Motor vor der Schule, zehn Minuten und mehr, und starrt auf die stille Schule. Denn noch ist kein Unterrichtsende. Irrsinn.

Neulich wurde mal ein Polizeibeamter eingesetzt, um vor der Schule ein wenig nach dem Rechten zu sehen und die Eltern auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen. Na der hat vielleicht was von denen zu hören gekriegt!

Denn wir dürfen nicht vergessen: Die Autos sind das Gute in unserem Lande. Na denn Prost!

Schweinzelhaltung

Montag, 22. Januar 2007

Mal wieder was ganz anderes: Meerschweinchen sind gesellige Rudeltiere! Die wollen nicht allein in einem Käfig vor sich hin dämmern; und sie warten auch nicht darauf, von einem gütigen Menschen zweimal am Tag gestreichelt zu werden. Nein! Zusammen gurren und kuscheln und sich ums Futter streiten und gemeinsam ein Zimmer durchhoppeln, das ist ihr Ding. Ende der Kurzdurchsage.

Ausnahmezustand!

Donnerstag, 18. Januar 2007

Vielleicht brauchen die Leute in dieser durchorganisierten Welt ab und zu einen Sturm. Berlin bebt! Es ist eine fast greifbare Spannung in der S-Bahn, die U-Bahn ist natürlich ruhiger, weil der Bezug zur Natur fehlt. Warnung im Fernsehen: Bleiben Sie zu Hause! Ich halte mich auf dem Heimweg eher in Hausnähe, nachdem ich auf einem freien Platz fast das Gleichgewicht verloren habe. So ungewohnt! Auch die Panik in den Firmen und Schulen: Sie schließen, Kinder werden nach Hause geschickt … spannend. Wir sind viel zu sehr daran gewöhnt, dass uns von der Natur nichts droht. Der Mensch hat ja alles unter Kontrolle! Das wird langsam wieder anders, wie wir heute sehen können. Gut so.

aufgeschnappt

Mittwoch, 17. Januar 2007

Manchmal kann ich mich in der S-Bahn einfach nicht auf meine Lektüre konzentrieren. Gestern zum Beispiel. Da drangen folgende Satzfetzen an mein Ohr:

– Und wenn de mal im Knast gewesen bist, dann weeste Bescheid, sag ich dir. So’n Geldtransporter, det wärs. Würdest du einen Transporter mit saangwa 150 Millionen Euro überfallen?

– Hm.

– Da brauchste dann Plastiksprengstoff, det jet dann.

Nächster Halt: Tempelhof. Anschluss …

– Im Knast, da haste keen Tageslicht, bloß mal Hofgang. Fernsehn gabs ooch nich. Die Wärter ham gesagt, des is schließlich kein Hotel. (Nimmt einen Schluck aus der Bierflasche)
– Ja, so …

– Aber in der Küche, da ham wa Obst kleingeschnippelt und literweise Orangensaft reingekippt. Und denne mit Brot Hefe anjesetzt, det gibt ooch Alkohol. (Schluck aus der Pulle)
– Aha?

– … und det hat der nicht vertragn und die janze Küche vollgekotzt.
Passengers travelling to Tempelhof Airport please change here …

Die Kehrmaschine war wieder da!

Mittwoch, 17. Januar 2007

Super: Es reicht offensichtlich, wenn man mit diesen Maschinen einmal über den Bürgersteig fährt und den ganzen Dreck zur Seite schaufelt. So entsteht etwa in der Mitte meines Weges die absolute Ekelzone, der man dann rechts oder links ausweichen muss. Wer sich das womöglich näher ansieht, hat für den Rest des Tages keinen Appetit mehr. Kinder allerdings halten es für besonders erstrebenswert, genau durch diesen schön sichtbaren Streifen zu waten! Danke. Dann doch lieber die Haufen am Rand.

Vorsicht, die Alten kommen!

Dienstag, 16. Januar 2007

Und wer den heutigen Fernsehabend noch nicht ganz verplant hat, kann ja mal einen Blick auf diesen launigen Spiegelartikel werfen und sich danach entscheiden. Gut geschrieben!