Archiv für die Kategorie 'Alltag'

Fahrerfreuden

Montag, 08. Januar 2007

Es ist Sonntagabend, und ich steige Rathaus Neukölln aus der U7. Ein kleiner Menschenauflauf ganz vorne an der U-Bahn irritiert mich. Was ist los? Wohin starren sie, kichernd? Ins Fahrerhäuschen der U-Bahn. Der Fahrer schläft tief. Kann das sein? Vielleicht ist es ja nur ein 10-Sekunden-Schläfchen an einem Bahnhof. Kopf ans Fenster gelehnt, Augen fest geschlossen. Vielleicht aber kann die U-Bahn auch mit schlafendem Fahrer ans Ziel kommen? Wie im Flugzeug: Schalten Sie auf Autopilot!

Mit mulmigem Gefühl gehe ich weiter.

Einkaufswagen

Samstag, 06. Januar 2007

Also was ich so richtig blöd finde, das sind einsame Einkaufswagen am Straßenrand. Kann man die nicht wieder zurückbringen, wenn man sich schon erlaubt hat, damit seine Einkäufe nach Hause zu karren? Was ich aber noch viel blöder finde, das sind stapelweise Werbezettel vom Supermarkt in eben diesem Einkaufswagen, gebündelt zum Austragen, die dann in den Mülleimer an der Ecke gestopft werden. Frech! Dreist! Und dann, ertappt, schleicht sich dieser junge Typ davon. In sein Haus, das offensichtlich gleich daneben ist.

Nachzusehen Delbrückstraße, Ecke Bruno-Bauer-Straße. Blöd, wie gesagt.

Gruppendynamik

Freitag, 05. Januar 2007

Wir sollten übrigens nicht denken, dass wir als Einzelwesen durch die Welt marschieren. Nee! Die Menschen stecken sich gegenseitig an mit ihren Stimmungen und Handlungen. Sieht einer in der S-Bahn auf die Uhr, denkt sein Nachbar plötzlich über seinen Zeitplan nach. Kaut eine ein Brötchen, fällt der anderen das Abendessen ein.

Da hat mich der Schreihals vorhin, S-Bahnhof Sonnenallee ausgestiegen, doch nachdenklich gemacht. Warum schreit einer Deutschlandparolen und markige Nazisprüche durch den Zug? Der sehnt sich ja dermaßen nach Anerkennung, dass man ihm zum Trost vielleicht einen Bonbon anbieten sollte! Die türkischen jungen Männer mit ihren blonden Freundinnen, denen das Gelaber von Tüchtigkeit und Deutschtum gegolten hatte, hatten dann nur ein grinsendes Achselzucken für ihn übrig.

Tja, die Jugend ist halt auch nicht mehr das … und doch war es ein seltsames Geben und Nehmen in bestem Einvernehmen. Gelächter am Ende!

Dialog in der S-Bahn (neulich gehört)

Donnerstag, 04. Januar 2007

A: Könnten Sie das Fenster bitte wieder zumachen?

B: Nee. Hier stinkts.

A: Aber hören Sie, es zieht schrecklich.

B: Mir doch egal. Ich war zuerst hier.

A: Aber wir sind doch gleichzeitig eingestiegen!

B: Ich will frische Luft. Halts Maul.

A: Also wissen Sie, hier ist der einzige Platz im Abteil, wo es nicht ziehen muss. Setzen Sie sich doch da hinten hin, da sind alle Fenster auf! (Sie schließt das Fenster)
B: Seinse endlich still. Ich will das Fenster auf! (Er reißt es wieder auf)

A: Also Sie sind ja sowas von unerzogen! Ich bin erkältet und das ist zu kalt! (Macht das Fenster wieder zu)

B: Blöde Kuh. Gehnse doch in Ihr Land zurück oder lernense erstmal ordentlich Deutsch!

A: Unglaublich, was man sich hier anhören muss. Ich lebe jetzt schon über zwanzig Jahre in Deutschland, aber sowas …

(Schweigen)

(Nach langer Fahrt steht jemand auf, B wechselt den Platz und reißt jetzt dort das Fenster auf, was sofortigen Luftzug für A bedeutet)

(Eisiges Schweigen)

C: (Steht auf, hat alles mit angehört)
Ich finde Sie ja sowas von zum Kotzen, da kann einem echt schlecht werden!

B: Mir doch egal!

A: (Lächelt dankbar über die Solidarität) Tschüs! Danke!

Dialog in der S-Bahn (nicht gehört)

Donnerstag, 04. Januar 2007

A: Tschuldigung.

B: Hä?

A: Kann ich mal durch?

B: Wieso? Könnse nicht hier am Gang sitzen?

A: Ich möchte aber am Fenster sitzen.

B: Wieso ’n das?

A: Ich möchte den Sonnenaufgang am Innsbrucker Platz sehen. Um acht Uhr!

B: Na denn, bitte …

Was wäre, wenn …?

Mittwoch, 03. Januar 2007

Es ist schon ganz gut, dass die Leute unterwegs nicht die Gedanken ihrer Mitmenschen lesen können. Puh, was mir manchmal für dreiste Sprüche einfallen, die jemand zu mir oder ich zu jemandem sage!

Aber auch hier gilt: Schweigen ist …

Zu dem Thema gibt es noch eine Fortsetzung!