Archiv für die Kategorie 'Alltag'

Fähnchen schwenken

Freitag, 13. Juni 2008

Tja da müssen wir sie wohl aus dem Fenster hängen und Farbe bekennen! Nicht dass irgendwelche Nachbarn uns für Nestbeschmutzer halten. Jawoll, wir gehören dazu, wir sind wieder wer, aber sowas von!
Wo nochmal liegt Kroatien? Und warum gibt es hier so viele rote Fähnchen mit einem Halbmond?
Eigentlich auch nicht übel. Heute morgen erst als Kopftuch und T-Shirt gesehen.

Behinderung

Dienstag, 13. Mai 2008

Es gibt Menschen, die behindern sich selbst. Oder sie werden behindert, im Namen der „Schönheit“ etwa. Das fängt schon ganz klein an! Da gehe ich zum Beispiel an einem Kinderspielplatz Nähe Karl-Marx-Straße vorbei, alle Geräte fest in türkisch-arabischer Hand, muntere Maistimmung, Omma und Mamma hängen an der Wasserpfeife und alle Jungs zwischen drei und dreißig kicken irgendwelche Bälle in alle Richtungen, da stolpern mir zwei Gören entgegen: Leider können sie nur stolpern, obwohl sie so eine Art Fangspiel spielen, aber ihre Füße stecken in herzallerliebsten goldenen Treterchen, unpraktisch, sicher unbequem, aber vom Aussehen durchaus geeignet für den nächsten Opernball. Die Armen! Da fragt sich die staunende Landpomeranze doch, ob diese kleinen Mädchen ihre Mütter (oder Väter?) beim Einkauf dermaßen bekniet haben, bis sie die Glitzerdinger bekamen, oder ob die Mütter (ähm – Väter?) es wunderhübsch finden, wenn ihre ansonsten keineswegs zierlichen Töchter ihre zarten Füßchen auf diese Weise schmücken. Ich finde es jedenfalls beunruhigend. Denn wirklich laufen können sie nicht damit! Gequälte Frauenfüße im alten China fallen mir ein.
Beim Weitergehen fällt mein Blick auf eine Frau, die mit ihren bängstigend hohen Stöckelschuhen kaum den Weg über die Neuköllner Pflastersteine überlebt. Wahnsinn. Ich halte etwas Abstand, damit ich sie nicht auffangen muss, wenn sie umkippt, das wäre mir doch etwas unangenehm. Warum tut die sich sowas an? Ihre Haare sind ebenfalls hoch, aufgetürmt und blondiert. Na ja, wir sind eben in Neukölln. Ihr Gang jedenfalls scheint zwei Dinge zu signalisieren: Fortpflanzungsdrang und Anlehnungsbedürfnis. Anlehnung schon aus rein praktischen Gründen.
Dumm nur, dass sie so um die sechzig ist und das mit der Fortpflanzung wohl nicht mehr so hinhauen wird …

Gefahren der Großstadt

Mittwoch, 07. Mai 2008

Ich habe mich in den letzten Wochen mal ganz bewusst in Bezug auf das Thema „Gefahren“ hier umgesehen. Und tatsächlich – es gibt sie!

Montag zum Beispiel. Da gehe ich ganz gemütlich durch den Wald, so zwischen Wannsee und Klein-Machnow. Plötzlich raschelt es im Gebüsch. Und ich fühle, dass ich beobachtet werde. Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich. Und dann sehe ich sie: Eine ganze Horde von Wildschweinen, mindestens zehn Stück, mit Frischlingen und Aufpasserinnen, die mich grimmig anstarren. Oh oh. Ich bin dann so ganz harmlos zu den Baumwipfeln blickend davongeschlendert, nach dem Motto „Ich tu euch nichts, also bitte tut mir auch nichts!“ Na wenn das nicht gefährlich war …

Oder neulich, es war Sonntagabend. Ist vielleicht auch keine so tolle Idee, am Hermannplatz in die U-Bahn einsteigen zu wollen. Aber ich wollte nach Hause, sorry. Leider hatte ich noch fast zehn Minuten Wartezeit, ich setzte mich also auf eine dieser schmucken Sitzgelegenheiten und wollte mich in mein Buch vertiefen. Dumme Idee. Schon kam diese nette kleine Gruppe gut gelaunter arabischer Jugendlicher, fünfzehnjährig etwa, aufgedonnert in Schwarz und parfümiert bis zum Abwinken. Setzten sich und zündeten ein jeder seine Zigarette an. Mal ehrlich! Ich grummelte sofort was von „Och nö Leute…“, da hatten sie auch schon ihr Opfer gefunden. Mich. Dämliche Sprüche, Beleidigungen und Zigarettenrauch mir ins Gesicht waren die Folge, bis ich wutschnaubend aufsprang und mich in diesem wirklich allerliebsten Bahnhof nach irgendwem oder -was umsah, was mir hätte helfen können. Niemand und nichts; man ist da völlig ausgeliefert! Jetzt zum Thema Gefahr in der Großstadt – versteht mich nicht falsch, ich war nicht in Gefahr, die waren es! Mich hatte eine solch rasende Wut gepackt, dass die aber so was von Glück hatten, dass ich nicht ihre schnieken schwarzen Klamotten zerfetzen wollte, hätte Mutti ja vielleicht gemeckert, wenn sie so durchgeschüttelt nach Hause gekommen wären. Aber ich war soo nah dran, ha!!!
Als die dann zehn Minuten später auch noch genau an meiner Station ausstiegen und mich auch noch erkannten und mir nachriefen, schwebten sie regelrecht in Lebensgefahr. Aber das werden sie leider nie erfahren, denn ich trabte dann in die andere Richtung heimwärts, mich immer wieder umsehend. Man weiß ja nie.

Lieber Höhlenmalerei als gar kein Text?

Sonntag, 04. Mai 2008

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Mal wieder in der U8

Sonntag, 20. April 2008

Manche fahren Sonntagnachmittag raus in die Natur und tun sich und ihren Lieben etwas Gutes. Dazu hat es bei uns heute nicht gereicht – ich bin nur ein Stückchen mit der wundervollen U8 gefahren, Abholdienst für die Jugend. Aber was für ein Klasse Publikum! Vergesst den Wald, der wahre Dschungel ist hier.
Ich saß schon ein paar Minuten und wartete auf die Abfahrt; der kleine arabische Junge mir gegenüber starrte gebannt nach draußen (Na ja, der Bahnsteig Hermannstraße hat schon was) und antwortete konsequent auf alles, was sein Vater ihm auf Arabisch sagte, auf Deutsch. Toll, der Kindergarten wirkt! Stimmung kam auf, als eine Frau mit einem Mops auf dem Arm einstieg. Verschreckte Kulleraugen, Kindchenschema pur, und ein junger Russe, der augenblicklich durchdrehte. „Bitte, setzen Sie sich zu mir, bitte bitte, ich liebe Hunde, kann ich ihn mal streicheln, nur einmal soooo über den Kopf, bitte!!!“ Die Frau, sichtlich genervt, ging in keiner Weise auf die Bitte ein, das Genörgel ging lautstark weiter. „Bitte!!“ Der kleiner Araber machte das schon richtig gut nach, bitte!!!, der Vater grinste und verdrehte die Augen, die junge Araberin neben mir, wohl die Mutter, seufzte auch genervt, ein Afrikaner mit perfektem Deutsch, schon etwas älter, knurrte etwas über Verrückte, und ich grinste in die Runde. Ja, so muss das sein, das ist Berliner Solidarität pur! Als dann noch eine Großfamilie mit verhüllter Mama reinstömte und sich die sieben dunkelgelockten Kinder überall im Wagen verteilten, allein vier neben mir auf der Bank, da war die Stimmung perfekt.
Wer will denn da noch im thoitschen Wald Frühlingsluft schnuppern? Hier ist das Leben!

Auf zum Grünewald!

Montag, 24. März 2008

Nein, nicht Grunewald, obwohl der heute, bei der Sonne, sicher auch schön wäre. Noch schöner aber war die Ausstellung, die wir gestern besucht haben!

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