… und sonntags in die Kirche!

Sonntag, 17. Dezember 2006 12:21

Heute mal wieder das Kontrastprogramm der ganz besonderen Art: Sonntagmorgen von Neukölln nach Dahlem. (Mein Chor hat versprochen, heute den Gottesdienst einer Gemeinde zu begleiten. Okay …) Im heimatlichen Neukölln sind eher Leute unterwegs, die noch wach zu sein scheinen. Anders im edlen Dahlem: Hier ist man schon bereit für einen besinnlichen Adventsgottesdienst, sauber, im guten Mantel.

An dieser Stelle will ich den Autoren des „Salbaders“ ganz herzlich für ihre erfrischenden und geistreichen Texte danken. Habe einen sehr vergnüglichen Vormittag verlebt.

Höhepunkt das Abendmal: Nachdem man das Blut Jesu getrunken hat, reicht sich der Kreis der Teilnehmer die Hände und blickt sich strahlend in die Augen. Der Pfarrer fordert alle auf, ihre gerade erworbende Heiligkeit hinauszutragen in die Welt, um andere daran teilhaben zu lassen.

Danach, vor der Kirche: Die Freude in meinen Augen könnte missverstanden werden. So mancher ist erbaut und erfrischt. Ich darf wieder nach Hause!

In Neukölln empfängt mich gleich hinterm S-Bahnhof der Flohmarkt und ein „Salam Aleikum“ rechts von mir. Ich bin daheim! Froh kaufe ich einem netten Türken ein Paar dicke Wollsocken für meinen lieben Mann ab. Als ich den Händler nach dem Preis frage, zögert er erst kurz und nennt dann einen wirklich christlich-niedrigen. Danke!

Geburtstagssträußchen für Karin!

Samstag, 16. Dezember 2006 23:05

Geburtstagsstrauß für Karin

Noch eine Stunde, dann haben wir den 17. Dezember …

Alles Liebe!

Shopping

Samstag, 16. Dezember 2006 17:35

Alle tun es. Und jetzt, eine Woche vor Weihnachten, mehr denn je. Aber keiner sieht dabei glücklich aus, nö. Ich sehe gehetzte Gesichter und ich höre gereizte Mütter, die ihre Kinder zusammenstauchen. Viele Männer bleiben zu Hause oder lehnen sich im Laden zurück, während sie ihrer Frau Ratschläge geben.

Ich verzichte heute mal auf die geplante Kauforgie. Geschenke??
Och, das ergibt sich.

Die Fahrausweise bitte!

Mittwoch, 13. Dezember 2006 22:22

Früher (fast hätte ich geschrieben: „zu meiner Zeit“), da konnte man sich auf die Kontrolleure in der U-Bahn noch verlassen. Plötzlich betraten etwa acht finster aussehende Männer in Uniform den Wagen und verteilten sich blitzartig, sodass es kein Entrinnen gab. Doch, einmal habe ich erlebt, wie ein junger Mann schnell die gegenüberliegende Tür aufriss (das ging!) und auf die Gleise sprang. Er entkam, puh. Wir anderen nicht, wie immer.

Heute geht das anders ab. Vorhin erlebt: Die Ansage säuselt ihr obligatorisches „Zurückbleiben, bitte“, da stürzen zwei sehr schlampig gekleidete Typen herbei, zwängen sich noch rein, die Speziflaschen wie andere ihr Bier festklammernd. Dann stößt der eine auch noch seinen Fuß zwischen die Tür, die blockiert. Und ein Dritter steigt ein, mit diesem typischen Maschinchen, das aussieht wie ein überdimensionierter Taschenrechner. Ha, denke ich, jetzt kriegen die zwei Rüpel was auf die Rübe. Denkste. „Ihr seid ja zwei Pappnasen“, brummt der Dritte nur mürrisch, während die beiden anderen sich einen abkichern und rumblödeln. Dann, lautstark: „Die Fahrausweise bitte, Fahrscheinkontrolle!“ Ha!

Diesmal habe ich mit finsterster Mine im Zeitlupentempo meine Karte rausgezogen. Kleine Rache muss schließlich sein, grummel. Ich will gefälligst wieder ordentliche Kontrolleure!

Montagmorgen in der S-Bahn

Dienstag, 12. Dezember 2006 10:15

Es gibt diese schmuddeligen Tage, an denen keiner aus dem Haus will und alle Menschen unterwegs eine finstere Müdigkeit ausstrahlen. „Sprich mich nicht an, lass mich in Ruhe!“
Es gibt aber auch ganz andere Tage, und sogar ein Montag kann so anfangen: Acht Uhr. Sanfte Schläfrigkeit in der Ringbahn, nur ein paar Schülerinnen plaudern harmlos (“ … und dann hat er gesagt, er findet mich …“) , aber das stört nicht: Am Himmel bereitet sich der wunderbarste Sonnenaufgang vor! Und alle sind friedlich. Die Menschen wirken frisch geduscht, die Haare flauschig geföhnt (die eine Blonde da links neben mir), ich sehe Anzüge, brave Mäntel und geputzte Schuhe. Und keiner lehnt sich gegen die Macht auf, die ihn/sie zu dieser Uhrzeit in die Welt gespült hat. Denn es ist ein richtig schöner Morgen.

Berlin s’éveille – Berlin erwacht.

Ausspucken

Samstag, 09. Dezember 2006 15:53

Oder nee – ich hab’s mir anders überlegt. Ich will nicht darüber reden. Es ist einfach zu eklig! Obwohl, es gibt hier in dieser Gegend Männer, die das ganz cool und männlich finden. In der U-Bahn. Auf der Straße. Auf der Treppe zur S-Bahn.

Scheußlich. Widerlich. Wechseln wir doch lieber das Thema!

Igitt, was ich heute wieder sehen musste …